Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Taliban pochen auf Evakuierungsfrist - und nur für ausländische Staatsbürger

Access to the comments Kommentare
Von Euronews mit DPA /AFP
euronews_icons_loading
Taliban pochen auf Evakuierungsfrist - und nur für ausländische Staatsbürger
Copyright  Paolo Santalucia/AP
Schriftgrösse Aa Aa

Die militant-islamistischen Taliban pochen darauf, dass alle Rettungsmission westlicher Staaten aus Afghanistan bis Ende des Monats abgeschlossen sind.

"Wir wollen, dass alle Ausländer bis zum 31. August evakuiert werden", sagte der Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid am Dienstag in seiner zweiten Pressekonferenz seit der Machtübernahme der Islamisten.

Der Sprecher sprach sich zugleich dagegen aus, dass gebildete Afghanen und Fachkräte das Land verließen. Man brauche diese Menschen, um Afghanistan wieder aufzubauen. Diese Menschen sollten nicht in andere Länder gebracht werden.

"Sie sollten die Afghanen nicht ermutigen, aus Afghanistan zu fliehen"

Westliche Staaten hätten Flugzeuge, den Flughafen, um ihre Leute wegzubringen", fügte Mudschahid hinzu. "Sie sollten die Afghanen nicht ermutigen, aus Afghanistan zu fliehen."

Drohungen für den Fall, dass die USA oder andere Länder ihre Evakuierungen nicht bis Ende August abschließen sollten, sprach Mudschahid nicht aus.

Verbündete der USA wie Deutschland oder Großbritannien dringen darauf, den Einsatz der US-Truppen über den 31. August hinaus noch eine Weile zu verlängern, damit weitere Evakuierungsflüge durchgeführt werden können.

Für das Chaos am Flughafen machte Mudschahid die USA verantwortlich. Das Gedränge sei gefährlich und Menschen könnten ihr Leben verlieren.

Afghanen zelten am Flughafen

In Afghanistan warten immer noch Tausende Menschen auf eine Evakuierung. Während westliche Staaten beteuern, alle ihre Bürger:innen ausfliegen zu wollen, ist das Schicksal vieler Afghan:innen ungewiss. Viele campen mittlerweile am Flughafen, der noch von der US-Armee kontrolliert wird.

Der afghanischen Bevölkerung versprach Mudschahid, dass Banken, Regierungsinstitutionen, Schulen und Universitäten demnächst wieder öffnen würden. Man garantiere den Beamten der Ministerien ihre Sicherheit, sie hätten nichts zu befürchten. Für weibliche Angestellte der Behörden arbeite man noch an genauen Regeln. Sie könnten erst an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, wenn diese Regeln stünden, würden aber bis dahin weiter bezahlt.

Zuletzt hatten sich Frauen im öffentlichen wie im privaten Sektor darüber beschwert, dass Taliban-Kämpfer sie nicht mehr zu ihren Arbeitsstellen ließen und sie nach Hause schickten.