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Wahlkämpfer Orbán kritisiert EU: "Hauch einer Breschnew-Doktrin"

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Von Gabor Kiss  & Euronews, dpa
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Viktor Orbán beim Wahlkampfauftakt in Budapest
Viktor Orbán beim Wahlkampfauftakt in Budapest   -   Copyright  Laszlo Balogh/Laszlo Balogh

Zehntausende Menschen sind mit Reisebussen aus allen Landesteilen und auch aus dem benachbarten Ausland nach Budapest geströmt, um dort Regierungschef Viktor Orbán beim Wahlkampfauftakt zu unterstützen.

Er kritisierte, die EU- Institutionen würden den Bürgern Ungarns und Polens vorschreiben wollen, wie sie zu leben hätten: "Brüssel spricht mit uns und verhält sich uns und den Polen gegenüber, als wären wir Feinde. Wir haben ein Déjà-vu-Gefühl, der Hauch einer Breschnew-Doktrin weht durch Europa."

Orbán verdächtigte die Opposition, Teil einer Verschwörung des früheren Regierungschefs Ferenc Gyurcsány zu sein. Die Opposition sei bloßer Empfehlsempfänger der Europäischen Union und des ungarischstämmigen US-Milliardärs George Soros, sagte Orbán.

Rückkehr der Linken?

Euronews-Korrespondent Gábor Kiss kommentierte in Budapest: "Der Wahlkampf stand im Zeichen der Gedenkfeiern zum 65. Jahrestag der ungarischen Revolution. Obwohl die geeinte Opposition letzte Woche einen konservativen Spitzenkandidaten wählte, erhoben die regierende Fidesz-Partei und ihre Anhänger auf dem Friedensmarsch ihre Stimme gegen die Rückkehr der Linken und griffen den ehemaligen sozialistischen Regierungschef Ferenc Gyurcsány an. Ein paar hundert Meter weiter betonten die Oppositionsparteien, dass sie der Amtsführung von Viktor Orbán ein Ende setzen wollen."

"Nur gemeinsam gewinnen"

Sechs Oppositionsparteien aus dem gesamten politischen Spektrum hatten vor einer Woche den parteilosen Bürgerlichen Péter Marki-Zay zu ihrem Spitzenkandidaten für die Wahl im Frühjahr gekürt.

Der sagte bei seinem Wahlkampfauftakt am Nationalfeiertag in Anspielung auf die Geschehnisse von 1956: "Sie mussten damals vereint sein gegen die Rote Armeee, jetzt müssen wir es sein. Wir dürfen nicht darauf achten, wer mit uns läuft, sondern wer vor uns liegt. Wir können nur gemeinsam gewinnen."

Im Frühjahr laufe alles auf eine Frage hinaus, sagte Marki-Zay: "Fidesz oder Nicht-Fidesz"