Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

"Countdown zur Katastrophe": 9 Millionen Afghanen droht Hungertod

Access to the comments Kommentare
Von Euronews  mit dpa
euronews_icons_loading
"Countdown zur Katastrophe": 9 Millionen Afghanen droht Hungertod
Copyright  Rahmat Gul/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.

"Ein Countdown bis zur Katastrophe" – mit diesen drastischen Worten beschreiben die Vereinten Nationen die humanitäre Lage in Afghanistan.

Die Hungerkrise spitzt sich rapide zu, mehr als die Hälfte der afghanischen Bevölkerung wird ab November nicht genug zu essen haben. Das geht aus einem Bericht des Welternährungsprogramms und der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation hervor.

3,2 Millionen Kinder unterernährt

Am härtesten wird es die Jüngsten treffen. Bis zu 3,2 Millionen Kinder unter fünf Jahren dürften bis Ende des Jahres unter akuter Unterernährung leiden, warnt der Bericht. Viele könnten sterben.

Seit die Taliban die Macht übernommen haben, wurden viele internationale Gelder, die bislang die schwache Wirtschaft des Landes stützten, eingefroren.

Währenddessen debattiert die Welt darüber, wie mit der neuen Führung umzugehen ist. Die UNO mahnt, man dürfe nicht warten und zuschauen, wie sich „humanitäre Katastrophen vor unseren Augen entfalten“. Es gehe um Leben und Tod.

9 Mio. Menschen droht Hungertod

Hsiao-Wei Lee vom Welternährungsprogramm beobachtet die Situation in Afghanistan seit zehn Jahren: "Seither war die Ernährungsunsicherheit in Afghanistan noch nie so schlimm. Neun Millionen Menschen sind vom Hungertod bedroht, noch sind sie in Phase 4, in Phase 5 wird die Zahl an Todesfällen erheblich ansteigen.“

Gründe für die Hungerkrise gibt es viele: In den letzten Jahren kam es in Afghanistan zu extremen Dürren und Ernteeinbußen, das Trinkwasser ist knapp. Hinzu kommen Corona und die Wirtschaftskrise. Seit der Machtübernahme der Taliban explodieren die Preise, vielen Menschen werden keine Löhne mehr ausgezahlt.

Um das Ausmaß der Krise zu bewältigen, muss die UNO nach eigenen Angaben Mittel in noch nie dagewesener Höhe mobilisieren. Bislang ist ihr Hilfsplan nur zu einem Drittel finanziert.