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In Kongo nutzen 95% Holzkohle - ein Problem für die Wälder

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Von Laurence Alexandrowicz
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In Kongo nutzen 95% Holzkohle - ein Problem für die Wälder
Copyright  Melanie Gouby/AP

In der Demokratischen Republik Kongo ist sie eines der wichtigste Dinge des täglichen Lebens: Makala, Holzkohle. Sie ist die Hauptenergiequelle zum Kochen, die von 95 Prozent der Bevölkerung in Ermangelung von Gas und Strom genutzt wird. 

Stromausfälle in den Städten steigern regelmäßig den Bedarf an Holzkohle. Ein Haushalt verbraucht je nach Größe durchschnittlich 150 kg im Monat, das entspricht Kosten von rund 10 bis 18 Dollar. Ein monatliche Einkommen in der Demokratischen Republik Kongoliegt zwischen 50 und 100 Dollar. 

Grüne Holzkohle aus Sägewerksabfällen

Makala ist unverzichtbar, aber auch eine der wichtigsten Ursachen für die Abholzung der Wälder. In Kisangani, im Norden des Landes, stellt ein Frauenvereinigung grüne Holzkohle aus Sägewerksabfällen her. 

Hier sind 20 Frauen beschäftigt, die mit der Arbeit ihren Lebensstandard erhöhen konnten und gleichzeitig den Wald erhalten. 

"Seit 2002 habe ich gearbeitet, aber ich bin nicht über die Runden gekommen. Seit das 'Forest-Projekt' uns geschult hat, können wir mit den Abfällen aus dem Sägewerk unsere Kinder zur Schule schicken und essen. Vorher war es schwieriger", erklärt Fatuma Otoke, die Präsidentin der Frauenvereinigung in Kisangani. 

Es ist ein ökologisches und soziales Projekt, das von CIFOR ins Leben gerufen wurde, eine wissenschaftliche Organisation zum Schutz des Waldes. Sie erhält finanzielle Unterstützung von der Europäischen Union. 

Verkohlung effizienter und gesünder gestalten

Der Aufbau ist simpel: Holzstücke werden aufgeschichtet, mit grünen Blättern und einer dicken Schicht Erde bedeckt. Dann wird ein Feuer im Inneren angezündet und die Verkohlung beginnt. Es muss sichergestellt werden, dass kein Rauch austritt. Das erfordert eine Überwachung Tag und Nacht. Wenn der Schornstein nicht mehr raucht, ist die Verkohlung abgeschlossen, und das Feuer ist erloschen. 

Ziel des Projekts ist es auch, einen besseren Ertrag zu erreichen. Mit einem Schornstein und Lüftungsöffnungen konnte der Anteil an unverbranntem Holz von 40 bis 50 Prozent auf 3 bis 4 Prozent gesenkt werden. Auch die Verkohlungszeit wurde verkürzt. Früher dauerte es bis zu 2 Wochen, um Holz zu verkohlen, heute reichen 4 bis 6 Tage.

Wissenschaftler suchen nach Möglichkeiten, die Technik noch weiter zu verbessern, insbesondere um die Arbeiter vor giftigen Gasen zu schützen, wenn sie die Tanks entladen.

"Wir werden vorschlagen, eine industrielle Verkohlung mit metallischen Öfen von 8 Kubikmetern vorzunehmen, in denen man das Holz genauso schichten kann, wie die Leute es traditionell tun, und in denen man die anaerobe Verkohlung machen kann", so der Forscher und Forstwirt Jean Lejoly, der an dem Projekt arbeitet. 

"Das sind langfristige Innovationen, die die hohe Intensität der Arbeit respektieren. Die Holzfäller können also weiterhin das Holz mit Maschinen bearbeiten, kleine Stücke machen, sie lagern", so Lejoly.