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"Afghan girl", die Frau mit den grünen Augen - inzwischen 49 - hat Afghanistan verlassen

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Von Euronews  mit AFP
"Afghan girl" - Sharbat Gual auf der Titelseite von NATIONAL GEOGRAPHIC
"Afghan girl" - Sharbat Gual auf der Titelseite von NATIONAL GEOGRAPHIC   -   Copyright  AP Photo

Das berühmte Foto von Sharbat Gula hat der weltberühmte Fotograf Steve McCurry 1984 gemacht - in einem Flüchtlingslager von Afghaninnen und Afghanen in Pakistan, 1985 war das Bild mit dem Titel "Afghan girl" auf dem Cover von NATIONAL GEOGRAPHIC. Damas war Sharbat Gula ein Teenager - und sie wurde zum ersten Mal fotografiert.

Jetzt ist die inzwischen 49 Jahre alte vierfache verwitwete Mutter Sharbat Gula aus Afghanistan nach Italien ausgeflogen worden. In einer Mitteilung der italienischen Regierung, die die Ausreise organisiert hat, steht: "Die afghanische Staatsbürgerin Sharbat Gula ist in Rom angekommen". Im Auftrag von Mario Draghi werde die Integration von Sharbat Gula in Italien organisiert.

Seit dem Abzug der US-Truppen aus Afghanistan und der Machtübernahme durch die Taliban hat Italien Tausende Menschen evakuiert.

2002 hatte Steve McCurry nach einer Art Odyssee die Frau auf dem berühmten Portrait wiedergefunden.

NATIONAL GEOGRAPHIC berichtet: "Als der Fotograf sie in den Raum kommen sieht, weiß er sofort: Das ist die Richtige. Sie heißt Sharbat Gula und ist Paschtunin. Von den Paschtunen sagt man, dass sie nur in Frieden leben, wenn sie im Krieg sind. Gula ist jetzt 28, vielleicht auch 30. Aber niemand, nicht einmal sie selber, weiß es genau. Die Zeit und die Not haben ihre Jugend ausgelöscht. Ihre Haut sieht jetzt aus wie gegerbt. Die Konturen ihres Kinns sind weich geworden. Aber ihre Augen haben noch immer diesen bohrenden Blick."

"Sie hat viel durchlitten", sagte McCurry damals. "Wie so viele in diesem Land." Die Wahrscheinlichkeit, dass Gula noch am Leben sein würde und dass man sie finden könnte, war hauchdünn. Wie hat sie es geschafft, in diesen Zeiten zu überleben? Ihre Antwort kommt mit unerschütterlicher Gewissheit. "Es war der Wille Gottes."

Sehr schwere Zeit für Frauen in Afghanistan

Heather Barr, die stellvertretende Direktorin für Frauenrechte bei Human Rights Watch, erklärte laut New York Times, dass es eine besonders gefährliche Zeit sei, eine bekannte Frau in Afghanistan zu sein. Sie sagte, es habe Fälle gegeben, in denen bekannte Frauen bedroht oder eingeschüchtert wurden oder das Gefühl hatten, keine andere Wahl zu haben, als sich zu verstecken oder ständig den Aufenthaltsort zu wechseln, um nicht aufzufallen.

"Die Taliban wollen nicht, dass Frauen sichtbar sind, und sie ist eine sehr sichtbare afghanische Frau", sagte Heather Barr über Sharbat Gula.

Die Lage für Frauen ist seit der Machtübernahme durch die Taliban für sehr viele sehr schwierig geworden. Zuletzt hatten die Islamisten verfügt, dass in Filmen keine Frauen mehr zu sehen sein sollten.