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Studie: Viagra könnte Alzheimer-Risiko reduzieren

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Von Euronews
"Viagra" von Pfizer und die generische Version, "Sildenafil Citrate", in New York
"Viagra" von Pfizer und die generische Version, "Sildenafil Citrate", in New York   -   Copyright  Richard Drew/AP

Laut einer Studie von Forscher:innen der Cleveland Clinic, die jüngst in der Fachzeitschrift “Nature Aging” veröffentlicht wurde, beugt die Einnahme des Medikaments "Sildenafil"- besser bekannt unter dem Markennamen "Viagra" - einer Alzheimer-Erkrankung vor. Das Risiko daran zu erkranken, sinkt den Erkenntnissen zufolge um fast 70 Prozent.

"Sildenafil" wird eigentlich als Mittel zur Behandlung von Bluthochdruck und auch zur Behandlung von Lungenhochdruck eingesetzt. Berühmt wurde der Wirkstoff, nachdem bekannt wurde, dass er auch zur Behandlung von Erektionsstörungen beim Mann Abhilfe schaffen konnte.

Die Forscher:innen untersuchen nun bereits von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde zugelassene Medikamente auf ihre Wirksamkeit bei Alzheimer-Patient:innen. Dabei suchten sie nach Mitteln, die auf das Peptid Beta-Amyloid und das Tau-Protein Einfluss nehmen. Beide spielen bei der Entstehung von Eiweißablagerungen oder Plaques im Gehirn bei Alzheimer-Patient:innen eine Rolle. In der Studie nahmen die Wissenschaftler:innen mehr als 1500 Medikamente unter die Lupe, und prüften sie auf ihre Anwendbarkeit bei Alzheimer. So stärkt Sildenafil das Wachstum von Gehirnzellen und zielt speziell auf Tau-Proteine ab, die das Gehirn mit Nährstoffen versorgen.

Das Forschungsteam wertete eine Datenbank mit Versicherungsdaten von mehr als 7 Millionen Menschen in den USA aus, um den Zusammenhang zwischen Sildenafil und Alzheimer zu untersuchen. Die Analyse ergab, dass Menschen, die das Medikament einnahmen, in den folgenden sechs Jahren viel seltener an Alzheimer erkrankten als Kontrollpatient:innen, die kein Sildenafil einnahmen.

"Wir haben festgestellt, dass die Einnahme von Sildenafil die Wahrscheinlichkeit einer Alzheimer-Erkrankung bei Personen mit koronarer Herzkrankheit, Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes - allesamt Komorbiditäten, die signifikant mit dem Erkrankungsrisiko verbunden sind - sowie bei Personen ohne Alzheimer-Erkrankung - verringert", erklärt der Hauptautor der Studie, Feixiong Cheng von der Cleveland Clinic gegenüber dem Portal EurekAlert.

Das ist allerdings noch kein Beweis für einen kausalen Zusammenhang. Denn die Menschen in der Gruppe, die Sildenafil einnahmen, könnten ihr geringeres Risiko an Alzheimer zu erkranken auch einem anderen Umstand verdanken.

Für die Forscher:innen ist der mögliche Zusammenhang jedoch ausreichend, um das Medikament als “vielversprechenden Wirkstoffkandidaten” gegen Alzheimer einzustufen. Nun muss in klinischen Studien untersucht werden, ob es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Sildenafil und einem geringeren Alzheimer-Risiko gibt.

Weitere Quellen • Nature Aging