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Von Null auf 180: So lief der erste Tag für Baerbock und Scholz

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Von Euronews  mit DPA/AP
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Olaf Scholz bei der Übergabe von Steffen Seibert an Steffen Hebestreit als Regierungssprecher
Olaf Scholz bei der Übergabe von Steffen Seibert an Steffen Hebestreit als Regierungssprecher   -   Copyright  AP Photo/Steffi Loos, Pool

Von null auf 180 - so ungefähr muss sich der erste Tag im Amt für die neue Außenministerin Annalena Baerbock angefühlt haben.

Denn es ging sofort auf Antrittsreise - zunächst nach Paris, dann nach Brüssel. Zeit für erste diplomatische Gespräche und Bekenntnisse auf Englisch

Es sei kein Zufall, dass sie am ersten Tag nach Brüssel gekommen sei. Als eine wahrhaft überzeugte Europäerin sei sie angereist, als Außenministerin einer wahrhaft europäischen Regierung in Deutschland.

Für den neuen Bundeskanzler Olaf Scholz geht es an diesem Freitag auf die erste Auslandsreise - ebenfalls nach Paris und Brüssel. Zuvor war er schon mal virtuell unterwegs - auf dem "Gipfel für Demokratie" von US-Präsident Joe Biden. Am Nachmittag gab es die erste Videoschalte mit Bund und Ländern. Beherrschendes Thema: Corona.

Geschwindigkeit beim Impfen und möglichst kein weihnachtlicher Lockdown, so lautet die Linie für die letzten Wochen des Jahres.

"Wir werden wohl noch länger impfen müssen"

"Das, was unsere größte Herausforderung jetzt darstellt, ist und bleibt, wie wir es hinbekommen, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger sich jetzt impfen lassen und sich eine Auffrischungsimpfung holen. Aus allem, was wir wissen, auch von den Veränderungen im Virusgeschehen, kann man den Schluss ziehen, dass es umso dringender ist, das jetzt möglichst viele eine Auffrischungsimpfung bekommen."

Auch dies ein kleiner Vorgeschmack auf den künftigen Ton bei Bund- und Länder-Runden.

Kanzler Scholz kündigte an, dass der neue Krisenstab sich nächste Woche mit den Ländervertretern treffen werde, um die Impfkampagne z u beschleunigen. Auch der vorgesehene Corona-Expertenrat solle in der nächsten Woche zusammentreten.

Alles in allem so Scholz müsse man sich wohl auch langfritig auf Corona-Impfungen einstellen.  "Wir werden wohl noch länger impfen müssen", sagte er nach dem Treffen. Deshalb sei es sinnvoll, dass die Impfstrukturen, die nun etabliert würden, nicht so schnell wieder heruntergefahren würden.

Scholz erwähnte Impfzentren in Kommunen, mobile Impfteams und auch Impfungen etwa in Apotheken, die jetzt gesetzlich ermöglicht werden. "Vielleicht ist es jetzt tatsächlich so, dass wir uns darauf einrichten müssen, dass wir immer mal wieder uns einen Piks beschaffen müssen, damit wir gut genug geschützt sind."

Ein Tag nach seiner Ernennung war dies einer der ersten offiziellen Termine des Kanzlers.

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK), Hendrik Wüst (CDU), unterstrich die Bedeutung einer gemeinsamen Bund-Länder-Strategie zur Beschaffung von Corona-Medikamenten.

Dabei gehe es darum, dass Medikamente direkt nach einem positiven Corona-Test schnell beim Patienten ankämen. Außerdem müsse Tempo gemacht werden bei den Zulassungen und möglicherweise auch die Arzneimittelforschung in diesem Bereich gezielt gefördert werden.

Eine gemeinsame Arzneimittel-Strategie könne eine zweite Säule sein neben dem Impfen, um besonders schwere Krankheitsverläufe und eine Überlastung der Intensivstationen zu verhindern. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) habe das bestätigt. Lauterbach war nach Angaben aus Teilnehmerkreisen zugeschaltet.

Immer mehr Corona-Medikamente kämen in die Zulassung und auf den Markt, sagte Wüst. "Entscheidend ist dabei immer, dass frühe Behandlung erfolgt, nicht erst wenn die Menschen mit Atemnot zum Arzt gehen." Dafür sei Aufklärungsarbeit nötig.