Stiko befürwortet Kinder-Impfungen gegen Covid-19, mit Einschränkungen

Weihnachtsmarkt in Deutschland 2021
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Von Euronews mit dpa
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Die Stiko will die Corona-Impfung Kindern zwischen 5 und 12 Jahren mit Vorerkrankungen und Kontakt zu Risikopatienten empfehlen.

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Lange haben viele auf die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gewartet. An diesem Donnerstag hat sie nun eine erste Empfehlung für die Corona-Impfung bei Kindern und Jugendlichen zwischen 5 und 12 Jahren abgegeben.

Eingeschränkte Empfehlung für Kinder zwischen 5 und 12

Im Beschlussentwurf heißt es, dass Kinder zwischen 5 und 12 Jahren, die an Vorerkrankungen leiden und Kontakt zu Risikopatient:innen haben, eine Corona-Impfung empfohlen wird. Zudem sollen auch gesunde Kinder auf Wunsch und nach ärztlicher Beratung geimpft werden können.

Final ist diese Version allerdings noch nicht, denn derzeit läuft ein Abstimmungsverfahren mit Fachgesellschaften und Ländern.

Trotz einer extrem hohen 7-Tage-Inzidenz in der Altersgruppe, spricht die Ständige Impfkommission keine generelle Impfempfehlung aus, betonte aber, dass Kinder ein geringeres Risiko hätten, schwer an Covid-19 zu erkranken. Aufgrund der limitierten Datenlage könne das Risiko zu den Impf-Nebenwirkungen derzeit nicht richtig eingeschätzt werden.

Kinder und Jugendliche erhalten zudem eine geringere Dosis des Impfstoff. Der Kinderimpfstoff wird voraussichtlich ab dem 13. Dezember ausgeliefert werden. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hatte den Kinderimpfungen bereits Ende November die Zulassung erteilt.

Gesundheitsämter erneut im Verzug

Am Tag nach der Amtsübernahme durch die neue Regierung in Deutschland meldet das Robert Koch- Institut mehr als 70.000 Neuansteckungen mit dem Coronavirus in den vergangenen 24 Stunden. Dabei korrigierte das RKI die Zahlen vom frühen Morgen am Vormittag, die Zahl der Todesfälle wurde von 527 auf 465 aktualisiert.

Durch die niedrigeren Zahlen der vergangenen Tage ist die 7-Tage-Inzidenz auf 422 gesunken - zunächst hatte das RKI sogar 338 angegeben. Allerdings gab es Zweifel daran, dass die Gesundheitsämter es noch schaffen, alle Fälle zu melden.

Internetseite des Robert Koch-Institut
Die Coronazahlen der deutschen Landkreise am 9. Dezember 2021Internetseite des Robert Koch-Institut

Die Impfquote in Deutschland liegt mit 68,5 Prozent im EU-Vergleich weiterhin niedrig.

Wie gefährlich wird Omikron?

Der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach sagte am Mittwochabend: "Wir brauchen eine allgemeine Impf-Pflicht. Denn wir werden es nicht schaffen, mit einer Variante wie Omikron klarzukommen, wenn wir so große Impflücken haben, wie wir befürchten müssen, wenn wir ohne Impfpflicht in eine solche Lage hineingehen."

Und weiter: "Wir müssen davon ausgehen, dass gerade die Omikron-Variante für Kinder besonders bedrohlich ist - das ist leider so - dass die Omikron-Variante sich nicht nur schneller verbreitet, sondern leider auch Kinder stärker befällt und somit auch zu mehr Krankenhauseinweisungen führen wird."

Der Leiter des DIVI-Intensivregisters Christian Karagiannidis schreibt auf Twitter: "Jetzt ist die entscheidende Frage wieviele Infizierte mit Omikron intensivpflichtig werden. Bei Delta liegen wir im Moment weiter bei etwa 0.6%. Ich hoffe sehr dass dies bei Omikron deutlich niedriger liegt."

Besonders angespannt ist die Lage weiterhin im Osten Deutschlands. Im sächsischen Landkreis Meißen liegt die 7-Tage-Inzidenz über 2.500, im thüringischen Hildburghausen bei über 1.600. Der Landrat des Kreises Hildburghausen, Thomas Müller (CDU) forderte laut Südthüringen.de von der Landesregierung mehr Impfstoff, mehr mobilie Impfteams und mehr Tests. Müller schrieb, die Situation laufe komplett aus dem Ruder. Hildburghausen hat mit unter 50 Prozent die niedrigste Impfquote in ganz Thüringen.

In einem Pflegeheim in Rudolstadt in Thüringen sind nach Angaben der FAZ 28 der 147 Bewohnerinnen und Bewohner an Covid-19 verstorben. Ein Drittel der älteren Menschen der Residenz war nicht gegen Covid-19 geimpft. Offenbar hatten es auch die Angehörigen der Bewohnerinnen und Bewohner abgelehnt, diese gegen Covid-19 immunisieren zu lassen.

An diesem Donnerstag um 14 Uhr beraten die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Bundesländer zum ersten Mal in einer Videoschalte unter der Leitung des neuen Bundeskanzlers Olaf Scholz. Bei dieser Besprechung soll aber nicht ausschließlich über die Coronakrise gesprochen werden.

Am Mittwoch hatte Karl Lauterbach (SPD) die Amtsgeschäfte als Gesundheitsminister von Jens Spahn (CDU) übernommen. Im Kampf gegen die Omikron-Variante, aber auch gegen die hohe Zahl an Neuinfektionen setzt Lauterbach vor allem auf Booster-Impfungen.

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