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Abgelaufene AstraZeneca-Impfdosen werden auf einer Müllhalde in Nigeria zerstört

Nigeria hat am Mittwoch mehr als eine Million abgelaufener AstraZeneca-Impfdosen vernichtet. Die Dosen waren erst vor einigen Monaten von Industrieländern gespendet worden - deren Haltbarkeitsdatum jedoch inzwischen abgelaufen.

Die Dosen wurden auf einer Deponie in Nigerias Hauptstadt Abuja verbrannt. Erst vor einer Woche hatte das Land angekündigt, keine gespendeten COVID-19-Impfstoffe mit kurzer Haltbarkeit mehr anzunehmen.

"Wir haben 1,06 Millionen Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs, die abgelaufen waren, erfolgreich zurückgezogen", sagte der Leiter der für Immunisierungsprogramme zuständigen nationalen Behörde, Dr. Faisal Shuaib. Reiche Länder hätten die Impfstoffe gehortet und dann kurz vor Ablauf als Spende angeboten.

"Als uns diese Impfstoffe angeboten wurden, wussten wir, dass sie eine kurze Haltbarkeitsdauer hatten, aber wir befanden uns in einer Situation, in der die Versorgung mit Impfstoffen sehr knapp war", so Shuaib.

In dem mit 220 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Land Afrikas sind bisher nur vier Millionen Menschen vollständig geimpft - weniger als drei Prozent der erwachsenen Bevölkerung.

Dabei ist die Zahl der bestätigten Infektionen sprunghaft angestiegen, seit Ende November die hochansteckende Omicron-Variante entdeckt wurde. Nach Angaben des nigerianischen Zentrums für Seuchenkontrolle stieg die Zahl der Fälle in den letzten zwei Wochen um 500 %.

Die 2.123 neuen COVID-19-Infektionen, die Nigeria am Dienstag bestätigte, waren die höchste Tageszahl seit Januar dieses Jahres und die zweithöchste seit Ausbruch der Pandemie.