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Tian'anmen-Statue in Hongkong abgerissen - Schlag für Demokratiebewegung, Künstler wütend

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Von Andrea Buring  mit dpa
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"Säule der Schande" wird abgerissen
"Säule der Schande" wird abgerissen   -   Copyright  YAN ZHAO/AFP or licensors

In Hongkong ist eine Statue, die an das Massaker vom Tian'anmen-Platz erinnert, abgerissen worden. 

Sie befand sich in einer Universität der chinesischen Sonderverwaltungszone. Die Abrissarbeiten wurden von Sicherheitskräften bewacht. Die acht Meter hohe "Säule der Schande" des dänischen Künstlers Jens Galschiøt wurde in der Nacht zum Donnerstag zerlegt und abtransportiert.

Nur Leihgabe

Der Vorgang löste scharfe Kritik an der Führung in China aus - unter den Mitgliedern der Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungsregion, aber auch beim Künstler selbst.

"Wir haben alles getan, was wir tun können, um der Universität von Hongkong zu sagen, dass wir die Skulptur gerne abholen und nach Dänemark bringen wollen", sagte Galschiøt. Er betrachtet das Kunstwerk als sein Eigentum. Es war aus seiner Sicht nur eine Leihgabe an die Hongkonger Allianz zur Unterstützung der demokratischen Bewegungen in China, die sich unter dem Druck des neuen "Sicherheitsgesetzes" auflösen musste.

Druck aus Peking

Indem Chinas Regierung das umstrittene Gesetz vor eineinhalb Jahren in Hongkong durchsetzte, wurde die Oppositionsbewegung in der Sieben-Millionen-Metropole praktisch ausgeschaltet. Die vage Formulierung des Gesetzestextes erleichtert das Vorgehen gegen Aktivitäten, die China als subversiv, separatistisch, terroristisch oder verschwörerisch ansieht - und zielt damit auf Kritiker der Hongkonger Regierung und der chinesischen Führung. 

Sicherheitsbedenken

Diese versucht gezielt, jede Erinnerung an die blutige Niederschlagung der Studentenproteste 1989 in Peking auszulöschen. Peking war das Kunstwerk für die Massaker-Opfer von 1989 auf dem Universitätsgelände schon lange ein Dorn im Auge. Die Universität begründete die Beseitigung jetzt mit "rechtlichen Risiken". Auch wurden Sorgen über Sicherheitsgefahren durch die "zerbrechliche Statue" geäußert, wie der Radiosender RTHK berichtete.