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12 Tage nach heftigem Vulkanausbruch: Erdbeben erschüttert Tonga und Fiji

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Von Euronews
Auf diesem vom Roten Kreuz Tonga veröffentlichten Foto verteilen Teams am Freitag, 21. Januar 2022, Hilfsgüter an Familien in Kanokupolu im Westen von Tonga.
Auf diesem vom Roten Kreuz Tonga veröffentlichten Foto verteilen Teams am Freitag, 21. Januar 2022, Hilfsgüter an Familien in Kanokupolu im Westen von Tonga.   -   Copyright  AP/AP

Weniger als zwei Wochen nach dem verheerenden Unterwasservulkan vor Tonga und einem anschließenden Tsunami, wurde vor der Inselgruppe ein Erdbeben von der Stärke 6.2 gemessen.

Nach Angaben des United States Geological Survey lag das Epizentrum das Beben 250 km nordwestlich von Nuku'alofa in einer Tiefe von 14 Kilometern.

Welchen Schaden das Beben anrichtete, ist bisher nicht bekannt.

Am 15. Januar war der Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai ausgebrochen. Weite Teile des pazifischen Königreichs liegen seither in Schutt und Asche, ein Tsunami überspülte tief liegende Inseln.

Die spektakulären Satellitenbilder des speienden Unterwasservulkans, der im Pazifik eine riesige Pilzwolke erzeugte, gingen um die Welt.

Der neuseeländische Wissenschaftler Shane Cronin, Professor für Vulkanologie an der Universität von Auckland, bestätigte gegenüber Euronews, dass die Eruption explosiv, aber auch relativ kurz war. Rauch und Asche stiegen mehr als 30 Kilometer in die Luft, aber der Ausbruch dauerte insgesamt nur etwa zehn Minuten, im Gegensatz zu anderen großen Eruptionen, die sich über Stunden hinziehen können.

Wie kam es zu einer derart heftigen Explosion?

Das Magma im Inneren des Vulkans stand unter enormem Druck und enthielt Gase, die in ihm eingeschlossen waren. Durch einen Riss im Gestein kam es wahrscheinlich zu einem plötzlichen Druckabfall, wodurch sich das Gas ausdehnen- und das Magma auseinander sprengen konnte. 

Laut Cronin befand sich der Krater etwa 200 Meter unter der Meeresoberfläche, genau richtig für eine große Explosion, bei der Meerwasser in den Vulkan strömt und sich sofort in Dampf verwandelt, was zur schnellen Ausdehnung beiträgt und die Energie für die Explosion liefert. Wäre der Krater in einer größeren Tiefe, hätte der zusätzliche Druck des Wassers dazu beigetragen, die Eruption einzudämmen.

Ein Tsunami, der sich über den gesamten Pazifik erstreckt

Viele Wissenschaftler:innen zeigten sich überrascht, dass ein einziger Ausbruch einen pazifikweiten Tsunami ausgelöst hat, der in Neuseeland Boote zerschellen ließ und in Peru für zwei Tote und eine Ölpest sorgte.

Tsunami-Expertin am neuseeländischen Nationalen Institut für Wasser- und Atmosphärenforschung Emily Lane erklärt, dass ozeanweite Tsunamis in der Regel durch Erdbeben ausgelöst werden, die sich über große Gebiete erstrecken, und nicht durch einen einzelnen Vulkan, der sich im Ozean wie ein winziger Punkt ausnimmt. 

Sie sagte, es könnten auch andere Faktoren eine Rolle gespielt haben, so könnte beispielsweise ein Unterwasserarm des Vulkans zusammengebrochen sein und das Wasser verdrängt haben. Eine interessante Theorie sei, dass die Schockwelle oder der Überschallknall des Vulkans, der zweimal um die Welt ging, die Flutwellen noch verstärkt haben könnte.