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Wird es Draghi - oder eine Frau? Italien sucht weiter ein neues Staatsoberhaupt

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Von Euronews  mit AFP/DPA
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Senatspräsidentin (und Kandidatin) Elisabetta Casellati bei der Stimmauszählung im 6. Durchgang am Freitagabend
Senatspräsidentin (und Kandidatin) Elisabetta Casellati bei der Stimmauszählung im 6. Durchgang am Freitagabend   -   Copyright  Filippo Monteforte/AP

Immer noch kein weißer Rauch über dem Palazzo Montecitorio - der Abgeordnetenkammer des italienischen Parlaments. Auch nach dem 5. Wahltag - diesmal sogar mit zwei Durchgängen - sucht Italien weiter nach einem neuen Präsidenten oder einer Präsidentin.

Die vom Mitte-Rechts-Bündnis vorgeschlagene Senatspräsidentin Maria Elisabetta Casellati, erreichte zwar die meisten Stimmen (382 von möglichen 1009 Stimmen) - aber nicht die nötige Mehrheit. Auch bei der 2. Abstimmung am Abend gab es keinen Sieger.

Wahl ohne Ende

Vor allem Lega-Chef Matteo Salvini hatte sich für Casellati, der womöglich "ersten Präsidentin" in der italienischen Geschichte ins Zeug gelegt. Doch das Mitte-Links-Bündnis blockierte und enthielt sich der Stimme.

Euronews-Korrespondentin Giorgia Orlandi berichtet: Die von den Mitte-Rechts-Parteien vorgeschlagene Kandidatin Elisabetta Casellati, wurde nicht gewählt. Neu ist, dass sich die Parteispitzen endlich getroffen haben, um sich auf einen gemeinsamen Kandidaten oder eine Kandidatin zu einigen. Wird am Samstag das nächste Staatsoberhaupt gewählt? Wird es Mario Draghi oder eine andere Person sein?"

Salvini für eine "tüchtige Frau" als Staatspräsidentin

Bei einem Treffen am Freitagabend schienen sich die Parteichefs der rechten Lega, der Sozialdemokraten und der Fünf-Sterne-Bewegung auf eine Frau als mögliche Kandidaten einig geworden zu sein.

Lega-Chef Salvini sprach sich anschließend vor Journalisten für eine "tüchtige Frau" als Staatspräsidentin aus, ohne einen Namen zu nennen. Sterne-Parteichef Giuseppe Conte erklärte ebenfalls, auf eine weibliche Präsidentin zu hoffen.

Rekordhalter Giovanni Leone setzte sich 1971 im 23. Durchgang durch

Namen nannte aber keiner. Ex-Regierungschef Matteo Renzi von der Splitterpartei Italia Viva sperrte sich vorab schon gegen die im Vorfeld als Kandidatin gehandelte Elisabetta Belloni, die aktuelle Koordinatorin der italienischen Geheimdienste.

Das Ergebnis der italienischen Präsidentschaftswahlen, die ohne offizielle Kandidaten und in geheimer Wahl durchgeführt werden, ist traditionell schwer vorherzusagen. Den Rekord für die längste Wahl hält bis heute Giovanni Leone, der sich 1971 im 23. Durchgang durchsetzte.