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"Wir bemerken keine zusätzliche Bedrohung" : Ein Leben im Schatten des Krieges im Osten der Ukraine

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Von Kate Baklitskaya
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Ukrainische Soldaten gehen zu einem Außenposten an der Frontlinie in der Region Luhansk, 29.01.2022
Ukrainische Soldaten gehen zu einem Außenposten an der Frontlinie in der Region Luhansk, 29.01.2022   -   Copyright  Vadim Ghirda/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

Die Stadt Awdijiwka liegt im Osten der Ukraine. Dort, wo die Armee gegen die von Russland unterstützten Separatisten kämpft. Seit fast acht Jahren lebt die Stadt im Schatten des andauernden Krieges.

Die Angst, dass Russland, das auf seiner Seite der Grenze über 100.000 Soldaten zusammengezogen hat, einen Angriff starten könnte, ist auch hier spürbar.

"Es gibt eine ständige Anspannung an der Front. Wir bemerken keine zusätzliche Bedrohung, denn sie ist eigentlich immer da. Wir sind immer in kompletter Kampfbereitschaft und können uns gegen jeden Feind, der sich in unsere Richtung bewegt, zur Wehr setzen", sagt der 25-jährige Oberleutnant Sergiy, der seit 2018 für die Luftwaffenbrigade an der Front ist. 

Er selbst glaubt nicht an eine groß angelegte Invasion Russlands. Denn die Ukraine habe ihre militärischen Kapazitäten entlang der 280 Kilometer langen Frontlinie in den vergangenen acht Jahren erheblich verbessern können.

"Wir sind auf jede Entwicklung vorbereitet. Die ukrainische Armee befindet sich seit 2014 im Krieg mit dem russischen Angreifer. Wir sind ausgebildet, wir kennen die Taktik des Feindes, wir sind hoch motiviert, wir sind in unserem Land, das ukrainische Volk steht hinter uns, wir wissen, dass unsere Familien zu Hause auf uns warten und dass wir die einfachen Ukrainer schützen, die ein friedliches Leben brauchen. Und wir werden bis zum Ende Widerstand leisten", erklärt die 39-jährige Oberleut­nan­tin und Sprecherin der 25. Luftbrigade ist sich sicher, dass sich russische Truppen auf starken Widerstand einstellen und schwere Verluste hinnehmen müssten, wenn es zu einem Militärschlag kommt.

Während Moskau einen geplanten Einmarsch wiederholt bestritten hat, bleibt diese Sorge allgegenwärtig - gerade hier bei der ukrainischen Armee, die nur 500 Meter von den gegnerischen Schützengräben entfernt ist, wenn ein plötzlicher Schusswechsel über die Felder schallt.

"Angesichts der Tatsache, dass die russische Armee angeblich eine Offensive hier an der Frontlinie in Awdijiwka plant, fühlen sich die ukrainischen Streitkräfte bereit, dem Feind zu begegnen", schlussfolgert Euronews-Reporterin Kate Baklitskaja aus Awdijiwka.