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Bericht von der Front: euronews-Reporterin zeigt den Alltag in den ukrainischen Schützengräben

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Von euronews
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euronews-Berichterstatterin Anelise Borges
euronews-Berichterstatterin Anelise Borges   -   Copyright  euronews / Anelise Borges

Hier in den Schützengräben in der Nähe von Popasna im Osten der Ukraine ist das diplomatische Parkett ganz weit weg. Die Verhandlungen, die den seit 2014 andauernden Krieg beenden sollen, werden in Weltstädten geführt, an der Front ist es bitterkalt und die Angst allgegenwärtig - auch vor einem Einmarsch russischer Truppen.

euronews-Reporterin Anelise Borges hat eine ukrainische Einheit bei Popasna begleitet. Kiew liegt rund 630 Kilometer Luftlinie entfernt, die Grenze zu Russland erreicht man in dreieinhalb Autostunden.

„Volksrepublik Donezk": Wenig Hoffnung auf Besserung

„Ich bin hergekommen, weil es Krieg gibt und wir unser Land verteidigen müssen", sagt ein 22 Jahre alter ukrainischer Soldat. Er heißt Vlad. Eigentlich wollte er Arzt werden. Jetzt verrichtet er bereits zum zweiten Mal Kriegsdienst an der Front. Er meint, sein Heimatland sei in Gefahr.

Russland, nein, nicht Russland, sondern Putin will eine zweite Sowjetunion aufbauen
Vlad
ukrainischer Soldat

„Wenn wir diesen Krieg nicht gewinnen, wird die Ukraine zerstört. Russland, nein, nicht Russland, sondern Putin will eine zweite Sowjetunion aufbauen. Das ist furchtbar“, so Vlad.

Mehr als 14 000 Kriegstote

Seit acht Jahren herrscht in der Ostukraine Krieg, mehr als 14 000 Menschenleben haben die Auseinandersetzungen bislang gefordert. Die Lage ist festgefahren.

euronews-Berichterstatterin Anelise Borges sagt: „Soldaten unterschiedlicher Frontstellungen haben uns gesagt, dass es zurzeit ruhig ist, aber es handelt sich um einen andauernden Konflikt. Die militärische Hilfe, die die Ukraine erhält, ist hier noch nicht eingetroffen."

Donezk und Luhansk: Auch wirtschaftlich Moskau ganz nahe

Volksrepubliken Donezk und Luhansk: 35 000 Bewaffnete?

Die selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk verfügen Schätzungen des ukrainischen Geheimdienstes zufolge über eine Truppenstärke von rund 35 000. Dass Russland seine Finger im Spiel hat, bestreitet der Kreml. Der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen sagte kürzlich: Die Spannungen werden solange anhalten, bis Kiew Gespräche mit der Führung der selbsternannten Volksrepubliken aufnehme.

„Ich hoffe, dass Sanktionen diesen Krieg beenden können. Aber Russland kennt keine Gespräche, sondern nur Gewalt und Kampf. Wenn wir als Land zusammenstehen, können wir es mit Russland aufnehmen", sagt der 22 Jahre alte ukrainische Soldat Vlad.