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Kaum aus dem Amt, schon festgenommen: Honduras' Ex-Präsident Hernández

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Von Euronews  mit AFP, dpa
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Ex-Präsident Juan Orlando Hernández ist von der Polizei festgenommen worden, 15.02.2022
Ex-Präsident Juan Orlando Hernández ist von der Polizei festgenommen worden, 15.02.2022   -   Copyright  Elmer Martinez/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved

Nach einem Auslieferungsantrag der USA ist der frühere Präsident von Honduras, Juan Orlando Hernández, in seiner Villa in Tegucigalpa festgenommen worden. Der konservative Politiker wurde mit Hand- und Fußschellen versehen, und trug eine kugelsichere Weste, als die Polizei ihn abführte. Seine Festnahme erfolgte in Abstimmung mit der US-Antidrogenbehörde DEA.

Dem 53-Jährigen werden Korruption, Drogenhandel und Schusswaffendelikte zur Last gelegt. 

Das Außenministerium von Honduras hatte am Montag auf Twitter mitgeteilt, ein Schreiben der US-Botschaft, in dem die Festnahme eines honduranischen Politikers zur Auslieferung an die USA beantragt wurde, an den Obersten Gerichtshof weitergeleitet zu haben.

Der Haftbefehl, der aus den USA überstellt wurde, beschuldigt den Ex-Präsidenten des staatlich geförderten Drogenhandels und des Schmuggels von Hunderttausenden Kilo Kokain in die USA. In der 14-seitigen Anklageschrift heißt es, dass Hernández die übrigen Drogenkartelle des Landes zerschlagen- und das Monopol auf den Kokainhandel für sich und seine Verbündeten behalten habe.

Der honduranische Sicherheitsminister Ramón Sabillón erklärte:

"Morgen Vormittag um 10 Uhr wird er dem zuständigen Richter vorgeführt, der entscheiden wird, was als nächstes passiert und wie es das Gesetz vorsieht."

Möglicherweise wird Hernández an die USA ausgeliefert. Dort sitzt bereits sein Bruder Juan António Hernández eine lebenslange Haftstrafe ab. Er war 2021 wegen großangelegten Kokain-Schmuggels in die USA verurteilt worden.

Juan Orlando Hernández soll zudem 2013 von dem mexikanischen Ex-Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán eine Million US-Dollar für seinen Wahlkampf erhalten haben. Hernández bestritt die Vorwürfe.

Seit Ende Januar regiert in dem mittelamerikanischen Land die aus dem linken Lager stammende Xiomara Castro, die Hernández nach zwei Amtszeiten als Präsidentin ablöst.

Die meisten der Menschen, die in die USA auswandern wollen, kommen aus Honduras und Guatemala. Besonders Honduras ist für seinen Drogenbanden, die ganze Stadtteile unter Kontrolle haben, berüchtigt.