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Geflohen aus der Ukraine: Menschen voller Traurigkeit und Stolz

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Von Monica Pinna
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Geflohen aus der Ukraine: Menschen voller Traurigkeit und Stolz
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Die Grenzstadt Przemysl in Polen: Tausende kommen hier jeden Tag aus der Ukraine an. Sie fliehen vor den Bomben, vor der Gewalt, vor dem Grauen des Krieges.

In Przemysl gibt es ein ukrainisches Kulturzentrum. Es ist jetzt das kleinste Aufnahmezentrum der Stadt. Hier können bis zu 40 Personen aufgenommen werden. Die Fliehenden bleiben meist nur kurz, ein oder zwei Nächte. Solange es dauert, bis sie ihre Weiterreise zu Familie oder Freunden organisiert haben. Diese Betten sind schon für die nächsten überzogen."

Ludmilla Anatoliyvna Griebeniuk ist 67 Jahre alt und eine pensionierte Ärztin. Sie bringt ihre Enkelin zu ihrer Mutter in Polen. Sie selbst will zurück. Sie ist fest entschlossen: "Ich gehe zurück. Wenn nötig, schnappe ich mir meinen Arztkoffer und gehe in den Kampf."

Victoriya Lykova ist 18, sie floh mit ihrer Mutter. Sie studierte Wirtschaft in Cherson und ihr Hobby ist Karate. Sie weiß nicht, wo sie und ihre Mutter als nächstes hin sollen: "Wir mussten gehen, wegen der Bomben. Sie töteten Menschen, es waren Panzer auf den Straßen, wir hatten furchtbare Angst. Die Menschen haben kein Zuhause mehr, keine Autos, gar nichts mehr."

Die Leute hier kommen aus allen Ecken der Ukraine. Sie teilen die gleiche Traurigkeit und den gleichen Stolz.

Die Teenagerin Sasha kommt aus Ternopil. Sie sagt: "Ich habe dem russischen Volk etwas zu sagen: Russische Waffen schießen auf ukrainische Häuser und auf das ukrainische Volk, auf Kinder, es wird auf alles geschossen."

An diesem Ort finden Geflüchtete ein Stück Heimat. Ukrainisch sprechende Freiwillige zeigen, dass Polen bereit ist zu helfen. Igor Horkow, der Leiter des Kulturzentrums: "Die polnische Ges ellschaft und die polnische Regierung sind bereit, eine große Zahl an Flüchtlingen aufzunehmen. Im Augenblick haben wir fast mehr Unterkunftsangebote als Flüchtlinge."

Keiner der Menschen hier wollte die Ukraine verlassen. Sie alle hatten Wünsche, Pläne für ihre Zukunft. Nach Polen zu fliehen, gehörte nicht dazu.