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7-Tage-Inzidenz steigt und steigt - Wie schadet Covid-19 dem Gehirn?

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Von Euronews  mit RKI, NATURE
Schlange vor Testzentrum in München - ARCHIV
Schlange vor Testzentrum in München - ARCHIV   -   Copyright  Peter Kneffel/(c) Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

An diesem Mittwoch meldet das Robert Koch-Institut 215 854 Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden, dabei werden viele Ansteckungen mit dem Coronavirus gar nicht mehr erfasst. Denn viele Menschen machen auch bei Symptomen keinen PCR-Test. Die 7-Tage-Inzidenz steigt deutschlandweit seit einer Woche - auf jetzt 1.319.

Seit dem Vortag sind 315 Menschen an Covid-19 verstorben.

Gleichzeitig sorgt eine britische Studie der Uni Oxford für Besorgnis, denn diese stellt in den ersten Monaten nach einer Coronavirus-Infektion selbst bei mildem Verlauf subtile Gewebeschäden in Gehirnregionen und einen geringen Verlust des Gesamtvolumens des Gehirns fest. Laut Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hängen diese Hirn-Regionen mit dem Geruchssinn zusammen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift NATURE veröffentlicht.

Zudem wird auch nach leichten Covid-19-Erkrankungen ein Defizit an kognitiven Leistungen nachgewiesen. Allerdings bezieht sich diese Studie noch auf die Alpha-Variante des Coronavirus, bei der die Infizierten unter Geruchs- und Geschmacksverlust litten. Bei der derzeit vorherrschenden Omikron-Variante sind diese Symptome viel seltener.

Es handelt sich um die erste Studie über die möglichen Auswirkungen von Covid-19 auf das Gehirn, die auf Gehirnscans basiert. Diese Scans wurden sowohl vor als auch nach der Infektion mit dem Coronavirus durchgeführt.

Covid-19: "Wie ein Jahr normales Altern"

Gwenaëlle Douaud, Professorin am Nuffield Department of Clinical Neurosciences in Oxford und Hauptautorin der Studie, erklärte, dass der Verlust an Gehirnvolumen, den sie und ihre Kollegen in Gehirnscans von Hunderten von britischen Personen beobachtet haben, mindestens einem zusätzlichen Jahr normalen Alterns entspricht.

"Es handelt sich um einen Hirnschaden, der aber möglicherweise reversibel ist", sagte sie. "Aber es ist immer noch relativ beängstigend, weil es sich um Menschen mit mildem Verlauf handelt."

Ob und wann die Verluste ausgeglichen werden, muss noch untersucht werden.

Jüngere weniger betroffen

Die an Covid-19 Erkrankten zeigten keine schlechteren Ergebnisse bei Gedächtnistests, sehr wohl aber bei Übungen, die Aufmerksamkeit und Konzentration messen. Je älter die Menschen sind, desto größer waren dabei die Unterschiede zu denen, die sich nicht angesteckt hatten. Warum Jüngere weniger betroffen sind, konnte das Forscherteam noch nicht herausfinden.

Für die Studie wurden 785 Personen, von denen sich 401 Personen im Alter zwischen 51 und 81 Jahren mit dem Coronavirus angesteckt hatten, mehrmals untersucht. Nur 15 davon waren wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt worden.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach teilt auf Twitter einen Artikel der New York Times zu dieser Studie. Er schreibt: "Niemand hört das gerne. Aber es ist wichtig. Diese gut gemachte UK Studie zeigt Verlust grauer Hirnsubstanz nach relativ leichtem Covid. Auch andere Viren beschädigen das Gehirn. Fast alle Experten sehen bei Infekt trotz Impfung geringeres LongCovid Risiko."

Inwieweit eine Impfung gegen Covid-19 die Veränderungen im Gehirn im Fall einer Infektion abschwächen kann, ist noch nicht untersucht worden.