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Familiendrama von Montreux: Polizei vermutet kollektiven Selbstmord

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Von euronews
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Die Familie stürzte sich aus dem 7. Stock aus über 20 Metern Höhe.
Die Familie stürzte sich aus dem 7. Stock aus über 20 Metern Höhe.   -   Copyright  Cyril Zingaro/' KEYSTONE / CYRIL ZINGARO

Im Fall der französischen Familie, die sich im schweizerischen Montreux aus dem siebten Stock in die Tiefe stürzte, geht die Polizei inzwischen von kollektivem Selbstmord aus. Die fünf Familienmitglieder sprangen am vergangenen Donnerstagmorgen laut bisherigem Ermittlungsstand nacheinander aus mehr als 20 Meter Höhe vom Balkon ihrer Wohnung. Der Vater, die Mutter, deren Zwillingsschwester und eine achtjährige Tochter starben. Der 15-jährige Sohn liegt im Koma. Zuvor hatten Polizisten an der Wohnungstür geklingelt. Sie wollten einen Vorführungsbefehl gegen den Vater vollstrecken, weil der Junge zu Hause unterrichtet wurde.

Jean-Christophe Sauterel, Sprecher der Polizei im Kanton Waadt zum Ermittlungsstand: "Während der Vorgänge haben weder die Nachbarn noch die Polizisten, die sich noch im Gebäude befanden, und erst recht nicht Fußgänger, die sich in der Straße befanden, als die Menschen herabstürzten, zu keinem Moment auch nur den geringsten Schrei gehört, es gibt keine Kampfspuren. Deswegen gehen wir von einem kollektiven Selbstmord aus."

Familie war an Verschwörungstheorien interessiert und hortete Lebenmittel

Die Familie sei an Verschwörungstheorien und Survivalthesen interessiert gewesen. Mehrere Räume seien mit Lebensmittelvorräten vollgepackt gewesen. Die Mutter und die achtjährige Tochter waren nicht offiziell gemeldet. Die Polizei vermutet, dass die Familie die Einmischung der Behörden in ihr Leben fürchtete.

Sauterel: "Die Ermittlungen zeigen, dass wir es mit einer Familie zu tun haben, die fast autark lebte, mit sehr wenig Sozialkontakten. Nur die Zwillingsschwester arbeitete draußen. Die übrigen Familienmitglieder hatten keine Beschäftigung außerhalb der Wohnung."

Es gebe keine Spur zu einem sektenhaften Milieu, so die Polizei. Der Zustand des im Koma liegenden Sohns sei stabil.