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Mit Scharia gegen Opium - Taliban verbieten Mohnanbau in Afghanistan

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Von Andrea Buring  mit dpa
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Mohnanbau in Helmand
Mohnanbau in Helmand   -   Copyright  Abdul Khaliq/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

In Afghanistan haben die Taliban den Anbau von Mohn verboten. Bei Missachtung drohen drastische Strafen: die gesamte Ernte werde vernichtet und der Verantwortliche nach islamischen Recht - der Scharia - bestraft, so die Anordnung.

Bekämpfung des Drogenhandels

Mit dem Erlass werden außerdem der Konsum, Transport, Handel, die Ex- und Importe von Wein sowie Fabriken zur Herstellung von Drogen aller Art verboten, darunter auch Haschisch.

Damit kommen die radikalislamischen Taliban Forderungen westlicher Regierungen entgegen. Opiate aus Afghanistan dominieren einem UN-Bericht zufolge den internationalen Schwarzmarkt. Sie werden weltweit von 80 Prozent aller Drogennutzer konsumiert.

Keine Beschäftigung, kein Geld

Das Geld wandert in die Taschen von Schmugglern.
Sahaar Gul
Mohnbauer

Der Erlass trifft die Anbauer hart. Für Muhibullah, der seinen Nachnamen nicht ändern will, und viele andere gibt es keine Alternativen.

"In Helmand wird mehr Mohn als in anderen Provinzen angebaut. Deshalb kommen Menschen aus Pakistan und aus anderen Teilen Afghanistans, um hier für ihre Familien Geld zu verdienen. Wir sind ein sehr armes Volk. Die wirtschaftliche Lage verschlimmert sich von Tag zu Tag."

Sahaar Gul sieht keinen Ausweg. Er sagt, "das Geld wandert in die Taschen von Schmugglern. Wir bekommen nur ein Viertel vom Mohnertrag ab. Und egal wie hoch der ausfällt, zahlen wir mit ihm unsere Schulden ab, die wir vor dem Anbau aufnehmen mussten."

Ein Teufelskreis für die Mohn-Bauern. Und eine Hundertachtzig Grad- Drehung für die militant-islamistischen Taliban. Hatten sie doch in der Vergangenheit selbst vom Drogenhandel profitiert, um damit ihren Kampf gegen die frühere Regierung in Kabul und die internationalen Streitkräfte zu finanzieren. Im August hatten sich die Taliban an die Macht geputscht.