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Kein Zucker, kein Salz: Russen stehen an für Grundnahrungsmittel

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Von Euronews  mit AP
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Anstehen für Zucker
Anstehen für Zucker   -   Copyright  RIA TRIO

In der russischen Stadt Jaroslawl, 270 Kilometer nordöstlich von Moskau, stehen die Menschen in langen Schlangen an, um Zucker zu kaufen. Auch Salz gibt es so gut wie nirgendwo mehr. Die lokalen Behörden haben eingegriffen und in Jaroslawl wird der Zucker jetzt direkt aus Lastwagen heraus zu Großhandelspreisen verkauft.

Roza Nikolayevna hat sich angestellt und sagt: "Ich brauche nicht viel Zucker, aber dass gar keiner im Haus ist, das geht nicht."

Nadezhda Alekseevna ist extra wegen des Zuckers hierher gekommen: "Außer Zucker und Salz gibt es mehr oder weniger alles, glaube ich."

Doch alles ist viel teurer. Seit Beginn des Krieges ist der Rubel abgestürzt, Russland spürt die Auswirkungen westlicher Sanktionen und Unterbrechungen der Lebensmittelversorgung.

Nadezda Pavlovna meint, ihre Landsleute neigten zu Hamsterkäufen: "Die Leute haben Angst, dass sie nicht genug haben könnten und kaufen dann alles in Massen, Mehl, Zucker."

Marija Hakojevna sagt, sie habe nichts dagegen, sich über den Krieg zu äußern: "Ich bin gegen den Krieg, aber mit diesen Faschisten in der Ukraine an der Macht, was soll man da tun."

Wenn es denn überhaupt noch Zucker gibt, so kostet er in Supermärkten und Läden um 37 Prozent mehr als vor dem Krieg.

Am Markt in Jaroslawl standen Anwohner schon Stunden vor Ankunft der Lastwagen Schlange. 1,5 Tonnen Zucker wurden zum Verkauf gebracht.

Die Menschen durften sechs Kilogramm Zucker pro Person zu einem Großhandelspreis von 70 Rubel (0,60 Euro) kaufen.

Insgesamt sind mehr als 200 solcher Verkaufsstellen in der Region geplant.

Die russische Zentralbank prognostiziert, dass die Inflation im März erstaunliche 18,3 Prozent erreichen wird. Eine volatile und weitgehend wertlose Währung, gemischt mit einer geringen Binnennachfrage und hohen Preisen, dürfte die Preise weiter in die Höhe treiben.