Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Immer mehr Deutsche wollen Ukrainisch lernen

Access to the comments Kommentare
Von Verena Schad
euronews_icons_loading
Ukrainisch-Unterricht an der Volkshochschule Köln
Ukrainisch-Unterricht an der Volkshochschule Köln   -   Copyright  -Screenshot- AP

Viele Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine nach Deutschland fliehen, kommen in privaten Haushalten unter. Neben einem Dach über dem Kopf gibt es oft auch Familienanschluss und Hilfe bei Behördengängen.

Doch bei all der Hilfsbereitsschaft kommen auch Probleme auf. Susanne Höfer aus Köln hat seit einem Monat eine Familie bei sich Zuhause aufgenommen. Einer älteren Frau, ihrer Tochter und ihrem 11-jährigen Enkel möchte sie helfen, die schwere Zeit zu bewältigen.

"Die Familie kann kein Englisch und wir können uns sehr schwer verfständigen", sagte Susanne Höfer. "Und über die App ist es auch nicht immer so einfach. Und deswegen habe ich gedacht, versuche ich, mir wenigstens ein bisschen Basiswissen anzueignen."

Susanne Höfer hat angefangen, Ukrainisch an der Volkshochschule Köln zu lernen. Seit zwei Wochen bietet die Bildungseinrichtung die Sprachkurse an. Viele möchten sich mit ihren Gästen in ihrer Muttersprache verständigen können, erklärt die Leiterin der Sprachabteilung, Anja Kischel.

Die Nachfrage sei sehr groß, sagt sie. Sobald die Kurse online veröffentlicht waren, seien sofort die ersten Anmeldungen eingegangen. "Inzwischen ist es so, dass wir schon aktiv in den Nachplanungen sind, bald die nächsten Kurs anbieten können, in verschiedenen Kursformaten. Kompaktkurse, Schnellkurse, Online-, Präsenzkurse, so dass wir diesen Bedarf decken können", so Kischel.

Gestfreundschaft heißt übrigens auf Ukrainisch гостинність - "hostynnist". Der Verwandtschaftsgrad zwischen Russisch und Ukrainisch soll in etwa vergleichbar sein mit dem von Spanisch und Portugiesisch.

Unter den Kursteilnehmer:innen sind viele ehrenamtliche Helfer:innen, wie der Lehrer Linus Kesenheimer, der sich in einem Zentrum für Alleinerziehende in Köln engagiert. "Wir hatten auch schon verschiedene ukrainische Frauen in unserem Projekt. Wir haben eine auch schon in Arbeit vermittelt und bei einer anderen sind dabei, dass es zu einer Arbeitsvermittlung kommt. Wir bereiten uns jetzt darauf vor, dass ein größerer Zustrom kommt", sagt Kesenheimer.

Die tatsächliche Zahl der Flüchtlinge in Deutschland könnte höher sein als die bisher von der Bundespolizei registrierten 335.000, da es an der Ostgrenze des Landes keine strengen Kontrollen gibt und ukrainische Staatsbürger sich bis zu 90 Tage ohne Visum in der Europäischen Union aufhalten können.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk bezifferte am Dienstag die Gesamtzahl der Menschen, die aus der Ukraine geflohen sind, auf mehr als 4,6 Millionen, von denen über 2,6 Millionen zunächst nach Polen geflohen sind.

***