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Angst vor Rubelverfall: Russische Datscha so beliebt wie nie

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Von Euronews
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Eine Datscha in Chelyabinsk bei Moskau, 17. April 2022
Eine Datscha in Chelyabinsk bei Moskau, 17. April 2022   -   Copyright  -Screenshot- AP

Immer mehr Russinnen und Russen investieren in eine Datscha. Die Nachfrage nach den ländlichen Grundstücken mit Wochenendhaus ist seit Beginn des russischen Einmarschs in die Ukraine gestiegen. Ein Grund dafür ist die Angst vor den Wirtschaftssanktionen, erklärt Jelena Saweljewa, die sich kürzlich eine Datscha in Chelyabinsk in der Nähe von Moskau gekauft hat.

"Es gab eine Krise und Sanktionen, die Preise sind gestiegen. Aber das ist nicht der einzige und wichtigste Grund", so Jelena Saweljewa. "Wenn man älter wird, möchte man mehr in der Natur sein und einen Ort haben, wo man mit der Familie, entspannen und gärtnern kann. Vor allem jetzt, wenn nicht klar ist, wo man hingehen kann, wenn die Grenzen geschlossen sind."

In den ersten Kriegswochen ist die Immobiliennachfrage für Datschen von 10 auf auf 30 Prozent gestiegen, sagen Experten wie Tatjana Matovskaja. Die Immobilienmaklerin hat schon Grundstücke ungesehen verkauft. 

"Ich habe ein Gartengrundstück zum Verkauf angeboten und drei Besichtigungen vereinbart. Ein anderer Kunde sagte, er nimmt es ohne Besichtigung. Also habe ich die Termine wieder abgesagt. Von denen hat dann einer 30.000 Rubel mehr geboten, damit er es bekommt", erzählt Matovskaja.

Einige kaufen die Ferienhäuser als Ersatz für Auslandsreisen, die mit den gegen Russland verhängten Sanktionen schwierig bis unmöglich geworden sind. Andere wollen sich selbst versorgen und Obst und Gemüse anbauen. Aber auch beim Saatgut, Düngemittel oder Gartengeräten gibt es Preissteigerungen.

"Die Nachfrage ist sehr groß, Kartoffeln sind ausverkauft. Die Leute entfernen ihren Rasen und pflanzen Kartoffeln", erklärt eine Verkäuferin im Garten-Center bei Chelyabinsk.

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