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Forscher im Exil: Zwei Ukrainer arbeiten jetzt am Experimentalreaktor in Madrid

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Von Carlos Marlasca  & Euronews
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Die beiden Foscher Oleksandr Kozachuk und Oleksandr Chmyga auch Charkiw wollen für mindestens ein Jahr in Madrid bleiben.
Die beiden Foscher Oleksandr Kozachuk und Oleksandr Chmyga auch Charkiw wollen für mindestens ein Jahr in Madrid bleiben.   -   Copyright  Euronews (Screenshot)

Der TJ-II ist ein Forschungsreaktor zur Erkundung der Kernfusion in Madrid. An dem Projekt sind auch zwei ukrainische Wissenschaftler aus Charkiw beteiligt, die nach der russischen Invasion nach Spanien geflohen sind, Oleksandr Kozachuk und Oleksandr Chmyga.

"Jeden Tag mehrmals, manchmal die ganze Nacht über verbrachten wir im Keller unseres Hauses, weil Bomben niedergingen", berichtet Kozachuk.

Ein Jahr bleiben und dann die Ukraine wieder aufbauen

Die Forschungseinrichtung der beiden Wissenschaftler in Charkiw unterhält seit vielen Jahren enge Beziehungen zu dem spanischen Forschungspartner. Das vereinfachte den Wechsel ans CIEMAT (Centro de Investigaciones Energéticas, Medioambientales y Tecnológicas) in Madrid, meint Oleksandr Chmyga. Die Arbeitsbedingungen seien hervorragend, ebenso die Lebensumstände.

Der Leiter des Labors, Carlos Hidalgo, setzte sich maßgeblich für Aufnahme der beiden ukrainischen Forscher in Madrid ein. "Sie erleben natürlich eine extreme schwierige Situation, weil sie Verwandte in der Ukraine haben. Ich glaube aber dennoch, dass sich ihr Gemütszustand seit ihrer Ankunft deutlich verbessert hat."

Die beiden Forscher werden voraussichtlich mindestens ein Jahr in der spanischen Hauptstadt bleiben, bevor sie in die Ukraine zurückkehren, um ihr vom Krieg zerstörtes Land wieder aufzubauen. So zumindest lautet ihr Plan.

Plattform für ukrainische Forscher:innen

Euronews-Reporter Carlos Marlasca berichtet: "Auch russische Wissenschaftler sind seit Jahrzehnten an diesem Projekt beteiligt, aber die Invasion in der Ukraine hat die Institutionen dazu veranlasst, sie zumindest vorläufig auszuweisen. Für ukrainische Wissenschaftler gibt es eine Plattform, die es ihnen ermöglicht, in verschiedenen Teilen der Welt nach Jobs zu suchen."

"Science for Ukraine" heißt das Netzwerk. Die Idee kam von Forscher:innen aus mehreren Ländern, die dadurch neue qualifizierte Kolleg:innen finden, erklärt der Koordinator Albert Palou.

"Sie haben ausgezeichnete Lebensläufe und sind sehr gefragt. Eine der Forscherinnen, die wir hier in unser Netzwerk aufgenommen haben, hat bereits ein Angebot erhalten, um auf ihrem Gebiet in einer der besten Einrichtungen der Welt in der Schweiz zu arbeiten.

Jungen männlichen Forschern bleibt das Exil vorerst verwehrt. Wegen des aktuellen Kriegsrechts dürfen nur Frauen sowie Männer über 60 die Ukraine verlassen.