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Neonazistische Organschmugglerin oder mutige Ärztin: Tayra filmte in Mariupol

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Von Euronews  mit AP
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Julia "Tayra" Pajewska, ukrainische Ärztin
Julia "Tayra" Pajewska, ukrainische Ärztin   -   Copyright  Yuliia Paievska/AP

Eine ukrainische Notärztin, Julia "Tayra" Pajewska, hat ihre Einsätze in Mariupol zwei Wochen lang mit einer Bodycam gefilmt. 

Am 16. Mai wurde sie von russischen Streitkräften gefangen genommen. Vorher gelang es ihr, einen USB-Stick mit ihrem Filmmaterial einem Journalisten der Agentur AP zukommen zu lassen.

Ihre Freundin Olena Monova will die Hoffnung nicht aufgeben: "Ich glaube, wir werden sie lebend wiedersehen. Wir werden unser Bestes tun. Sie und ihr Fahrer, sie wurden beide gefangen genommen."

Tayra war Mitglied der Ukraine Invictus Games für Militärveteranen, weil sie von 2018 bis 2020 Ärztin beim Militär war.

2021 erhielt sie die Körperkamera, um für eine Netflix-Dokumentarserie zu filmen, die von Prinz Harry produziert wurde, der die Invictus Games gründete. Doch als der Krieg kam, filmte sie den Krieg.

Russland bestreitet Pajewska gefangen genommen zu haben, bezeichnet sie aber gleichzeitig als eine Rechtsradikale, die dem ukrainischen Neonazi-Regiment Asov nahe stand. Die, die mit ihr zusammenarbeiteten, sagen, Pajewska habe Leben gerettet, das ukrainischer Zivilisten und das russischer Soldaten.

Sergei Chernobrivets war ihr Kollege in Mariupol: "Das kann ich nicht bestätigen, dass sie radikal oder ein Nazi gewesen wäre. Sie war in erster Linie jemand, der half. Sie war unpolitisch und hat allen geholfen."

Tayra hat einen Mann und eine Tochter. Ihr Mann Vadim Puzanow sagt, er will wissen, wo sie ist. Doch er bekommt keine Informationen. Die Russen hätten ihm gesagt, seine Frau sei eine Organschmugglerin. Er und die Tochter können nur warten.