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Ukrainische Kinder auf der Flucht: "Wir lebten in unserem Dorf, bis die Orks kamen..."

Euronews-Reporterin Anelise Borges zu Gast bei Familie Yarish
Euronews-Reporterin Anelise Borges zu Gast bei Familie Yarish Copyright euronews
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Von Anelise Borges
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Zurück können sie erst mal nicht. Zehntausende Menschen in der Ukraine mussten aus den von Russland besetzten Gebieten fliehen. Was wird aus ihnen? Was gibt ihnen Hoffnung?

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Tolya und Sasha Yarish haben Heimweh. Sie mussten fliehen, ihr ukrainisches Dorf ist unter russischer Besatzung.

Dank ihrem Handy haben sie alles griffbereit - Fotos, Nachrichten von Freunden und das Dorf aus der Vogelperspektive. Tolya zeigt auf das Satellitenbild: "Hier, mein Haus... mein Rad."

Die Familie ließ alles stehen und liegen, als die russischen Soldaten näherrückten.

Der 9-jährige Sasha Yarish erinnert sich, "wir lebten in unserem Dorf, bis die Orks kamen." Orks, das sind Orks willige Vollstrecker in der Fantasy-Welt des Autors J.R.R Tolkien. Ihre Mutter Tatiana erklärt, “die Russen.”

Sasha sagt, "sie wollten uns unser Auto wegnehmen."

Tatiana Yarish ergänzt, “sie kamen mit Maschinengewehren in unseren Hof und stellten Fragen über das Auto. Diesel oder Benzin? Ich sagte ihnen, dass es mit Gas fährt. Sie sagten, "Friede sei mit dir". Ich sagte ihnen, "bevor ihr in die Ukraine kamt, lebten wir in Frieden und alles war gut - bis ihr kamt."

Ich sagte ihnen, ich hätte sie nicht eingeladen, sie sollten nicht zu mir kommen und weder meine Kinder noch meine Verwandten erschrecken. Sie drehten sich um und gingen, sagten aber meinem Nachbarn, sie würden wiederkommen und andere Saiten aufziehen. Diese Menschen fackeln nicht lang. Wenn sie sagen, sie kommen wieder, dann stimmt das auch. Deshalb haben wir alles zusammengepackt und sind gegangen."

Das Schicksal der Familie Yarish ist kein Einzelschicksal. Sie mussten fliehen wie viele andere Zehntausende aus Kherson und anderen Orten, die unter russischer Kontrolle sind. Wo Behörden nun dazu angehalten sind, Schulen wieder zu öffnen und russische Lehrpläne zu übernehmen. Und wo die Zurückgebliebenen russische Pässe bekommen. Ein Indiz, dass Moskau sich in den besetzten Gebieten langfristig niederlassen will.

Doch glauben wir Sasha und vielen anderen, wird dies nicht geschehen.

Sasha hofft, “wir werden gewinnen, der Krieg wird enden, die Ukraine wird siegen. Und wir holen uns die Krim und den Donbas zurück."

Doch wie lange mag das dauern? Und werden Kinder wie Sasha und Tolya das Glück haben, in einem friedlichen Land aufzuwachsen? Viele Menschen in der Ukraine sind fest davon überzeugt.

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