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"Beeindruckt von Litauen": Bayraktar-Drohe für die Ukraine wird zum Geschenk

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Von Euronews
Eigentlich wollte Litauen die Drohe kaufen, doch der türkische Hersteller hat dem Land die Drohne für die Ukraine geschenkt.
Eigentlich wollte Litauen die Drohe kaufen, doch der türkische Hersteller hat dem Land die Drohne für die Ukraine geschenkt.   -   Copyright  AP

Eigentlich sollte der litauische Verteidigungsminister in der Türkei einen Kaufvertrag für eine Bayraktar-Drohne unterschreiben. Der türkische Hersteller hat aber jetzt entschieden, die TB2 seinerseits zu spenden.

Die litauische Bevölkerung hatte in der vergangenen Woche zusammengelegt und insgesamt 5,9 Mio. Euro gespendet - um die Ukraine mit einer neuen Bayraktar TB2 auszustatten und im Krieg gegen Russland zu unterstützen.

Per Crowdfunding war das Ziel von 5 Mio. Euro innerhalb von drei Tagen sogar um fast eine Million übertroffen worden. Offenbar kamen auch viele Spenden aus dem Ausland und die Überweisungen hatten sich verzögert.

Das Geld war größtenteils in kleinen Beträgen zwischen 10 und 100 Euro gespendet worden. 

Organisiert hatte die Spendenaktion der Journalist und "Influencer" Andrius Tapinas. Doch der litauische Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas schrieb auf Facebook, der türkische Hersteller sei von der litauischen Bevölkerung so "beeindruckt", dass er "Litauen eine Drohne Bayraktar TB2 schenkt".

Die litauische Regierung plant, die Drohne noch in diesem Monat in die Ukraine zu schicken.

Etwa 1,5 Millionen Euro des von den Litauern gesammelten Geldes werden für die Drohnenmunition ausgegeben, während die restlichen 4,4 Millionen Euro für humanitäre und andere Hilfe für die Ukraine vorgesehen sind, so Anusauskas.

Die Drohne hat sich in den letzten Jahren bei Konflikten in Syrien und Libyen als wirksam gegen russische Streitkräfte und deren Verbündete erwiesen und soll auch maßgeblich zu den frühen Erfolgen der Ukrainer im Krieg beigetragen haben.

Technische Details: Was macht die Bayraktar zur "Wunderwaffe"?

Die unbemannte Bayraktar (auf Deutsch: "Fahnenträger") wiegt weniger als 700 Kilo, die Drohne MQ-9 Reaper (auf Deutsch: Sensenmann) des US-amerikanischen Herstellers General Atomics wiegt fast 5 Tonnen. Obwohl sie laut Futura Tech etwa 5 Millionen Dollar kostet, gilt die Bayraktar TB2 als "low cost"-Drohne.

Die Bayraktar TB2 hat eine Spannweite von 12 Metern und ist 6,5 Meter lang. Sie kann bis zu 24 Stunden in der Luft bleiben - in einer Höhe von etwa 6.800 Metern - und auch sehr langsam fliegen. 

Unter ihren Flügeln transportiert die Drohne bis zu vier lasergesteuerte Raketen. Die 15 Kilogramm leichten Rocketsan aus türkischer Produktion gelten als äußerst effektiv gegen russische Panzer und Munitionsfahrzeuge. 

Mindestens sechs Exemplare der Bayraktar hatte die Türkei 2019 an die Ukraine geliefert. Sie wurden im Donbass gegen die pro-russischen Separatisten eingesetzt. Und im August 2021 am Tag der Unabhängigkeit der Ukraine in Kiew präsentiert.