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Leonardo da Vinci zu Gast in Frankreich

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Von Oscar Valero
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Leonardo da Vincis unvollendetes Gemälde "Der heilige Hieronymus in der Wildnis" ist im Chateau du Clos Luce in Amboise im französischen Loire-Tal zu sehen, wo der Künstler seine letzten drei Lebensjahre verbrachte. 

Der Hieronymus gilt als ein Werk, in dem sich die Technik des Universalgenies besonders zeigt:

Man kann hier deutlich einen Fingerabdruck sehen. Das ist eine Art Fingerwisch, der eine leichte Unschärfe und ein leichtes Sfumato erzeugt... Jeder hat schon einmal einen Fingerabdruck gesehen, aber hier haben wir einen Fingerabdruck Leonardos - von vor 535 Jahren.
François Saint-Bris
Direktor des Clos Lucé in Amboise

Das unvollendete Werk ist Teil einer Ausstellung, die bereits im Vatikan und 2019 in New York zu sehen war. Es lässt viele Fragen offen und bleibt rätselhaft für die Kunstwissenschaft. Die Darstellung, entstanden wohl um 1480, weicht in vielem von der zeitgenössischen Darstellung des Heiligen ab. 

Der Heilige Hieronymus war ein sehr beliebtes Motiv zur Zeit der Renaissance und verkörperte die Vereinigung von Religion und intellektuellem Humanismus.
Barbara Jatta
Direktorin der Vatikanischen Museen und Kuratorin

Üblicherweise wurde er als Kirchenvater dargestellt, bärtig und über die Bibel gebeugt. In diesem Werk erscheint der Heilige Hieronymus hingegen als Büßer. Der italienische Meister stellt ihn kniend, bartlos, in Lumpen gekleidet und ohne das heilige Buch dar. Nur sein Kardinalshut und das Kruzifix sind skizziert. Offen ist, ob Leonardo ein Andachtswerk schaffen wollte oder nur eine Studie für sich selbst. 

Hinter Panzerglas und perfekt klimatisiert wird es bis zum 20. September zu sehen sein.