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UN-Ozean-Appell: "Wir müssen viel mehr tun, wir alle" (António Guterres)

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Von su  mit dpa, AP, AFP
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„Wir haben den #Ozean für selbstverständlich gehalten, und heute stehen wir vor dem, was ich einen Meeresnotstand nennen würde" (UN-Generalsekretär António Guterres). 

Die zweite Ozeankonferenz der Vereinten Nationen (27/06 bis 01/07) hat in Lissabon begonnen – Portugals Hauptstadt liegt an der Atlantikküste - mit emotionalen Appellen und eindringlichen Forderungen zur Rettung der von Vermüllung, Überfischung, Klimawandel und Versauerung zunehmend in Mitleidenschaft gezogenen Weltmeere. Tausende Politiker, Experten und Umweltschützer sind laut den Veranstaltern zusammengekommen, um zu versuchen, die zerbrechliche Gesundheit der Meere vor den schädlichen "Kaskadeneffekten" zu bewahren.

UN-Generalsekretär António Guterres:

„Die globale Erwärmung treibt die Meerestemperaturen auf Rekordniveaus und verursacht heftigere und häufigere Stürme. Der Meeresspiegel steigt. Niedrig liegende Inselstaaten sind von Überschwemmungen bedroht, ebenso wie viele große Küstenstädte der Welt.“ 

Heute stehen wir vor dem, was ich einen Meeresnotstand nennen würde
António Guterres
UN-Generalsekretär

«Wir müssen viel mehr tun, wir alle,» sagte Guterres. Und rief zu weltweiten Anstrengungen auf, mit «drastischen Maßnahmen» vor allem zur Bekämpfung der Meeresverschmutzung mit Kunststoffen. Die größte Plastikinsel im Pazifik sei bereits so groß wie Frankreich, Plastikteilchen seien inzwischen in entlegensten Ecken zu finden. 2021 seien beim Anstieg des Meeresspiegels, der Erwärmung und der Versauerung der Meere und bei Treibhausgaskonzentrationen neue Rekordwerte erreicht worden.

„Meeresschutz hilft uns im Kampf gegen die Klimakrise, die Verschmutzungskrise und das Artenaussterben», so Bundesumweltministerin Steffi Lemke. «Eine eigene Unterabteilung Meeresschutz innerhalb des Ministeriums befindet sich gerade im Aufbau.» Zudem werde noch in diesem Sommer der erste Meeresbeauftragte der Bundesregierung seine Arbeit aufnehmen.

Laut OECD(Organisation for Economic Co-operation and Development) könnte sich die Plastik-Menge bis 2060 fast verdreifachen (“AFP”). Fachleute schätzen, dass der Mikro-Plastik-Müll mehr als eine Million Seevögel und mehr als 100.000 Meeressäuger pro Jahr zur Strecke bringt.

Seit den 1950er Jahren wurden demnach rund 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoff produziert, mehr als 60 Prozent landeten auf Mülldeponien, wurden verbrannt oder direkt in Flüsse und Meere entsorgt.

Die Weltmeere bedecken mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche und beherbergen mehr als 80 Prozent des Lebens auf der Erde.

su mit dpa, AP, AFP