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Neue Studien zur Corona-Pandemie: War doch der Markt von Wuhan das Epizentrum?

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Von Euronews  mit AFP/AP/EFE
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Mitarbeiter sammeln Riesensalamander vom Huanan Seafood Market in Wuhan ein (Januar 2020)
Mitarbeiter sammeln Riesensalamander vom Huanan Seafood Market in Wuhan ein (Januar 2020)   -   Copyright  Chinatopix via AP

Stammt das Coronavirus doch vom Markt in der chinesischen Stadt Wuhan? Seit Beginn der Pandemie tobt die Debatte über den Ursprung: Laborunfall oder die direkte Übertragung vom Tier auf den Menschen.

Letzteres belegen laut Autoren zwei in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte Studien. Die erste befasste sich mit den Wohnorten der ersten 155 offiziellen Coronafälle im Dezember 2019, die sich allesamt rund um den Markt in Wuhan konzentrierten. Genauer gesagt den Südwesten des Marktes - genau dort, wo lebende Tiere verkauft wurden.

Erste Coronafälle konzentrierten sich um den Markt

Darüber hinaus wohnten unter den untersuchten Fällen Personen, die nicht direkt mit dem Markt in Verbindung standen, näher am Markt als Personen, die dort arbeiteten oder ihn kürzlich besucht hatten. Dies deutet darauf hin, dass sie sich wahrscheinlich aufgrund ihrer Nähe zu diesem Ort infiziert hatten. Die Forscher analysierten auch Proben, die sie im Januar 2020 auf dem Markt genommen hatten, z. B. von einem Käfig oder von Karren.

Die zweite Studie ist eine Genomanalyse des Virus der allerersten Fälle, die ihrerseits zeigt, dass SARS-COV-2 vor November 2019 nicht unter Menschen zirkulierte. Sie zeigt außerdem, dass zwei Linien des Virus, A und B, vor Februar 2020 existierten. Und dass beide Linien wahrscheinlich auf zwei unterschiedliche Übertragungen auf den Menschen auf dem Markt in Wuhan zurückführen sind.

Frühere Studien hatten bereits darauf hingedeutet, dass sich die B-Linie aus der A-Linie entwickelt hatte. Für die Zukunft betonen die Wissenschaftler, dass es wichtig sei zu verstehen, woher die Tiere, die auf dem Markt in Wuhan verkauft wurden, stammten, um zukünftige Risiken zu minimieren.

Durch den Tierhandel auf dem Markt in Wuhan eingeschleppt

 Zu den Tieren, die das Virus übertragen, gehören Fledermäuse, Gürteltiere und andere Säugetiere, die in Wuhan zum Verzehr oder wegen ihres Fells verkauft wurden.

Einer der Autoren der Studien, Michael Worobey, Virologe an der Universität von Arizona, hatte 2021 einen Brief unterzeichnet, in dem er dazu aufrief, die Hypothese eines Laborvorfalls in Wuhan ernsthaft in Betracht zu ziehen.

Aber die seither analysierten Daten hätten ihn zu dem dem Punkt gebracht, an dem auch er heute denke, dass "es einfach nicht plausibel ist, dass das Virus auf andere Weise als durch den Tierhandel auf dem Markt in Wuhan eingeschleppt wurde."

Kristian Andersen vom Scripps Research Institute, der ebenfalls Mitautor der Studien ist, sagte: "Haben wir die Theorie des Laborlecks widerlegt? Nein. Können wir das jemals tun? Nein, aber ich denke, es ist wichtig zu verstehen, dass es mögliche und wahrscheinliche Szenarien gibt. Und dass möglich nicht gleich wahrscheinlich ist."

Anfänge dieser Pandemie sehr detailliert dokumentiert

Auch wenn es immer noch Grauzonen gibt, betonten die Forscher, dass die verfügbaren Informationen über die Anfänge dieser Pandemie in Wirklichkeit sehr detailliert waren. "Es gibt dieses allgemeine Gefühl, dass es keine Informationen gibt, die uns etwas über den Ursprung der Covid-19-Pandemie sagen können", kommentierte Kristian Andersen. "Es ist einfach falsch."

China wurde immer wieder vorgeworfen, Informationen zurückzuhalten oder nicht umfassend mit internationalen Ermittlungen zu kooperieren.

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass es seit der Ausrufung der Pandemie Anfang 2020 weltweit mehr als 566 Millionen bestätigte Fälle von COVID-19 und 6,3 Millionen Todesfälle gegeben hat.