Covid-Daten verheimlicht? China wirft WHO falsche Anschuldigungen vor

Corona-Abstrich in Peking (März 2022)
Corona-Abstrich in Peking (März 2022) Copyright Andy Wong/AP Photo
Von Euronews mit AP/DPA
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Noch immer läuft die Suche nach dem Ursprung der Corona-Pandemie. Peking bestreitet, Daten zurückgehalten zu haben. Und beschuldigt die WHO, den Ursprung der Pandemie zu "politisieren". Die WHO hatte China aufgefordert, Daten zum Corona-Virus unverzüglich zu teilen.

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China hat die jüngsten Vorwürfe der Weltgesundheitsorganisation, wichtige Daten über die Herkunft des Coronavirus verheimlicht zu haben, aufs Schärfste zurückgewiesen.

Der Direktor der chinesischen Gesundheitsbehörde CDC, Shen Hongbing, sagte auf einer Pressekonferenz, dass China alle verfügbaren Informationen für eine gemeinsame Studie über die Ursprünge der Pandemie im Jahr 2021 zur Verfügung gestellt habe.

"Während der gesamten ersten Phase der gemeinsamen Forschung hat China der Sachverständigengruppe alle Informationen zur Verfügung gestellt, die zu diesem Zeitpunkt im Zusammenhang mit der Herkunftsermittlung verfügbar waren. Wir haben keinen Fall, keine Probe und keine Test- und Analyseergebnisse verheimlicht."

Virenproben aus Wuhan drei Jahre lang zurückgehalten

Die ranghöchste Covid-19-Expertin der WHO, Maria Van Kerkhove, hatte China am vergangenen Donnerstag mangelnde Transparenz vorgeworfen. Chinesische Wissenschaftler hätten Virenproben aus der Metropole Wuhan drei Jahre lang zurückgehalten. Diese, so die WHO-Expertin, gäben wichtige Hinweise auf die Bedeutung des Marktes für die ursprüngliche Verbreitung des Virus.

Nötig seien jedoch etwa noch Blutuntersuchungen von Arbeitern der Lebendtiermärkte in Wuhan oder der Ursprungsfarmen der Tiere. Sie forderte die sofortige Bereitstellung von relevanten Daten zum Ursprung des Virus. Je mehr Zeit verstreiche, desto schwerer werde die Forschungsarbeit, die für die Verhinderung künftiger Ausbrüche wichtig sei. "Die Zeit läuft davon", warnte sie.

Dake Kang/AP Photo
Der Markt von WuhanDake Kang/AP Photo

Laborpanne oder Tiermarkt?

 Anfang März hatten Aussagen von FBI-Direktor Christopher Wray in den USA Spekulationen über eine Laborpanne in China als Ursprung des Coronavirus neu entfacht. Van Kerkhove betonte, dass alle Hypothesen zum Ursprung des Virus aufrechterhalten blieben, solange nicht genug Informationen vorlägen. China habe etwa Ergebnisse seiner Labor-Überprüfungen noch nicht bereitgestellt. Außerdem habe die WHO noch immer keinen Zugriff zu Rohdaten über die ersten Corona-Fällen in China.

Seit Beginn der Pandemie hat China die Sorge, dass ihm die Schuld für den weltweiten Ausbruch zugeschoben wird. Regierung und Staatsmedien verfolgen seither eine massive Desinformationskampagne, die auf die Möglichkeit abhebt, dass das Virus auch aus dem Ausland gekommen sein könnte und nicht aus China stammte. Die Rivalität mit den USA und die Debatte über die Laborthese haben die Frage nach der Herkunft des Virus zunehmend politisiert. Erst im Jahr 2021 konnte eine gemeinsame Untersuchungskommission mit WHO-Experten nach Wuhan reisen. Eine Fortsetzung der Ermittlungen kam nicht zustande.

"Die WHO fordert China und alle Länder weiterhin auf, alle Daten über die Herkunft von Sars-CoV-2 unverzüglich auszutauschen", schrieb Van Kerkhove. "Die Welt muss sich von der Schuldzuweisungspolitik verabschieden." Stattdessen solle sie alle diplomatischen und wissenschaftlichen Ansätze nutzen, um zusammenzuarbeiten, Lösungen zu finden und zukünftige Pandemien zu vereiteln.

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