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Kaum noch Trinkwasser: Wie Marokko mit der Dürre kämpft

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Von Euronews  mit AFP
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Die Wasserknappheit in Marokko bedroht auch die Landwirtschaft
Die Wasserknappheit in Marokko bedroht auch die Landwirtschaft   -   Copyright  Elias Meseret/Copyright 2017 The Associated Press. All rights reserved.

In Marokko ist Wasser schon lange eine knappe Ressource. Doch eine der schlimmsten Dürren im Land seit 4 Jahrzehnten verschärft das Problem - derzeit sind die Staudämme nur zu 27 % gefüllt.

Der Al-Massira-Damm, der zweitgrößte Staudamm im Land, versorgt mehrere Städte mit Trinkwasser, darunter auch die drei Millionen Einwohner-Metropole Casablanca. Derzeit ist das Reservoir gerade mal zu 5 Prozent gefüllt. Selbst in der Nähe des Staudamms haben einige Dörfer kein fließendes Wasser mehr.

"Die Situation hat sich durch die Dürre der letzten sechs oder sieben Jahre verschlechtert. Es hat nicht geregnet, das brauchen wir für die Bewässerung unserer Felder. Seitdem hier im Dorf Brunnen installiert wurden, die nur ein paar Mal pro Woche in Betrieb sind, strömen die Menschen in Gruppen von zwanzig oder dreißig Personen hin. Es ist schockierend, wie sich die Menschen um das bisschen Trinkwasser drängeln", sagt der 60-jährige frühere Landwirt Mohamed Sbai aus der Ortschaft Uled Essi Masseud.

Mit jährlichen 600 Kubikmetern Wasser pro Kopf liegt Marokko nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bereits deutlich unter dem Schwellenwert für Wasserknappheit von 1.700 Kubikmetern pro Kopf. In den 1960er Jahren war die Wasserverfügbarkeit mit 2.600 Kubikmetern noch viermal so hoch.

Das Innenministerium des nordafrikanischen Landes verbietet bereits die Verwendung von Trinkwasser für die Bewässerung von Grünflächen und Golfplätzen. Bis 2030 ist der Bau von 20 Meerwasserentsalzungsanlagen geplant - sie sollen einen großen Teil des Wasserbedarfs decken. Die illegale Entnahme von Wasser aus Brunnen, Quellen oder Wasserläufen wurde ebenfalls verboten.

"Wir befinden uns eher im Krisenmanagement als im vorausschauenden Risikomanagement", erklärt ein Experte für Wasserressourcen, Mohamed Jalil. Zudem sei es schwierig, die von den Behörden ergriffenen Maßnahmen wirksam zu überwachen, meint Jalil.

Ein Bericht der Weltbank hält fest, dass moderne Bewässerungsmethoden wie die Tröpfchenbewässerung paradoxerweise dazu beitragen, die Gesamtmenge des vom Agrarsektor verbrauchten Wassers zu erhöhen, weil mehr Früchte angebaut werden, die wasserintensiv sind.

Mehr als 80 Prozent der marokkanischen Wasserversorgung entfallen auf die Landwirtschaft, die mit 14 Prozent des Bruttoinlandsprodukts einen wichtigen Wirtschaftszweig ausmacht.