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Sport kann laut Studien vor Covid-19 und ältere Leute vor vorzeitigem Tod schützen

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Von Euronews  mit Deutsches Ärzteblatt, JAMA, BJM
Studie zeigt positive Wirkung von Bewegung und Sport für ältere Menschen
Studie zeigt positive Wirkung von Bewegung und Sport für ältere Menschen   -   Copyright  Virginia Mayo/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved

Wie wichtig Sport und Bewegung für die Gesundheit - auch älterer Menschen - sind, zeigen neue medizinische Studien. Sogar das Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken oder zumindest schwer an Covid-19 zu erkranken, könnte durch sportliche Aktivität reduziert werden.

Eine neue Studie des US-National Cancer Institutes (NCI) hat erforscht, welche sportlichen Aktivitäten ältere Menschen vor einem vorzeitigen Tod durch Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Krebs schützen. Für diese Untersuchung, die im JAMA Open Network veröffentlicht wurde, haben 272.550 Personen teilweise mehr als 12 Jahre detaillierte Fragebögen ausgefüllt.

Das Team um Eleanor L. Watts vom NCI in Bethesda in Maryland kommt zu dem Ergebnis, dass auch ältere Menschen durch Sport ihr Leben verlängern können. Viele betätigen sich irgendwie sportlich, allerdings kommen die meisten der Befragten im Alter zwischen 59 und 82 Jahren nicht auf empfohlene Zeit sportlicher Betätigung und bewegen sich nicht genug.

Empfohlen werden beispielsweise 2,5 Stunden Spazierengehen oder Golfspielen pro Woche oder 1,2 Stunden Radfahren oder Schwimmen. Die Medizinerinnen und Mediziner berechnen die Aktivität, die notwendig ist, um das Sterberisiko zu vermindern in metabolischen Einheiten - Seniorinnen und Senioren sollten auf 7,5 bis 15 metabolischen Einheiten (MET) pro Woche kommen - wie auch das Deutsche Ärzteblatt berichtet. Je nach Intensität der Sportart, variiert die notwendige Dauer.

Tennis und Spazierengehen sind laut Studie sehr sinnvoll

Tennis und andere Schlägersportarten haben das Sterberisiko am besten reduziert.

Dahinter liegen Spazierengehen, Ausdauersportarten, Golf, Schwimmen und Radfahren.

Bei allen Sportarten war der Schutz vor einem Tod durch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung höher als vor dem Tod durch eine Krebserkrankung. Die kardiovas­kuläre Sterblichkeit senkten Schlägersportarten am deutlichsten. Laufen reduzierte das Risiko auf einen Krebstot am ehesten.

Laut einer anderen internationalen Studie könnte regelmäßige körperliche Aktivität auch vor schweren COVID-19-Verläufen oder gar vor der Infektion schützen. Ein Forschungsteam um Yasmin Ezzatvar aus Valencia kommt zu dem Ergebnis, dass 150 Minuten moderater oder 75 Minuten intensiver körperlicher Aktivität pro Woche am wirkungsvollsten sind. Auch darüber berichtet das Ärzteblatt.

Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer, die regelmäßig körperlich aktiv waren, hatten ein um 11 % niedrigeres Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Sie hatten außerdem ein um 36 % geringeres Risiko für eine Krankenhauseinweisung wegen Covid-19 und ein um 44 % reduziertes Risiko einer schwere Covid-19-Erkrankung sowie ein um 43 % niedrigeres Risiko, an Covid-19 zu sterben, als die Leute ohne sportliche Aktivität.

In der im British Journal of Sports Medicine veröffentlichten Arbeit wurden medizinische Publikationen aus zahlreichen Ländern ausgewertet. Die Medizinerinnen und Mediziner der Universitat de València schreiben: "Unsere Ergebnisse unterstreichen die schützende Wirkung ausreichender körperlicher Betätigung als Strategie der öffentlichen Gesundheit, die das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung verringern kann." Da die ausgewerteten Studien aber nicht nach einheitlichen Standards erstellt wurden, seien weitere Untersuchungen erforderlich.