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Wegen Covid-19: Deutlich weniger Babys in Deutschland

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Von Euronews
Baby in Bremen - ARCHIV
Baby in Bremen - ARCHIV   -   Copyright  Joerg Sarbach/Copyright 2017 The Associated Press. All rights reserved.

Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) schlägt Alarm: Die Geburtenrate in Deutschland ist seit Jahresbeginn rapide gesunken. Und die Forschenden erklären den Rückgang mit dem Coronavirus.

Nur noch 1,3 bis 1,4 Kinder pro Frau

Während eine Frau in Deutschland im Durchschnitt von 2015 bis 2021 zwischen 1,5 und 1,6 Kinder bekam, ist die Geburtenrate zum Jahresanfang 2022 auf 1,3 bis 1,4 abgestürzt. Dies geht aus einer internationalen Studie hervor, die das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) mit der Universität Stockholm veröffentlicht hat.

Auch in Schweden ist die Geburtenrate im selben Zeitraum zurückgegangen - sie liegt allerdings höher als in Deutschland bei jetzt  1,5 bis 1,6. Schon 2021 waren die durchschnittlichen Babyzahlen in Frankreich und in skandinavischen Ländern höher als in Deutschland. Das wird vor allem mit besseren Angeboten zur Kinderbetreung erklärt.

Frauen wollten Impfung abwarten

Eine wesentliche Ursache für die rückläufige Fruchtbarkeitsziffer sieht die Studie darin, dass Frauen beim Start der Impfkampagne im Frühjahr 2021 ihren Kinderwunsch zunächst zurückgestellt haben. Dr. Martin Bujard, Forschungsdirektor am BiB erklärt: "Es ist plausibel, dass sich manche Frauen erst impfen lassen wollten, bevor sie schwanger werden. Da die Impfung zunächst für Schwangere nicht empfohlen war, wurde der Kinderwunsch oftmals aufgeschoben." 

BiB
Geburtenrate in DeutschlandBiB

Im Mai 2022 zeichnete sich wieder eine leichte Erholung der Geburtenziffer ab (1,48), was auf ein Ende dieses Aufschubs deuten könnte. Wie die Entwicklung der Geburten in den kommenden Monaten weitergeht, ist derzeit noch unklar.

Während in vielen europäischen Ländern die Fruchtbarkeitsziffer schon zu Beginn der Pandemie sank, blieb sie in Deutschland zunächst konstant, stieg sogar leicht an. Wie aus der neuen Studie hervorgeht, brach die TFR im Januar 2022 jedoch auch in Deutschland auf 1,38 ein und verharrte in den folgenden drei Monaten auf diesem Niveau.