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Zweites Gold für Usbekistan: 11 000 schreien Turobojew zum WM-Titel

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Von euronews
Der neue Weltmeister bei den Männern bis 100 kg, Muzaffarbek Turobojew (Zweiter von links), freut sich mit den weiteren Medaillengewinnern.
Der neue Weltmeister bei den Männern bis 100 kg, Muzaffarbek Turobojew (Zweiter von links), freut sich mit den weiteren Medaillengewinnern.   -   Copyright  KIRILL KUDRYAVTSEV / AFP   -  

Am sechsten Wettkampftag der Judoweltmeisterschaft in Taschkent stand noch einmal der Held vom Wochenanfang im Mittelpunkt. Der neue Weltmeister Dawlat Bobonow gab begehrte Unterschriften und ließ sich gerne ablichten.

Und auch Oybek Kasimow, der Generalsekretär des Nationalen Olympischen Komitees Usbekistans, gratulierte.

Wohl beflügelt vom Erfolg seines Landsmanns machte sich in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm Muzaffarbek Turobojew daran, Ähnliches zu leisten. Der 22-Jährige hatte mächtig Rückenwind, durch einen Sieg in der Vorschlussrunde über den Weltranglistenzweiten Michael Korrel aus den Niederlanden hatte er seinen Platz im Finale sicher. Das hatten nicht viele erwartet, denn Turobojews bislang beste Ergebnisse waren dritte Plätze bei den Asienspielen 2021 sowie bei drei Grand Slams.

Der zweite Mann auf der Matte im Kampf um Gold wurde Kyle Reyes aus Kanada. Auch der gehörte bisher eher zur erweiterten Weltspitze. 2021 gewann Reyes die Panamerikanischen Spiele, vor neun Jahren war er Junioren-Weltmeister, aber als aussichtsreiche Goldanwärter galten in Taschkent andere.

Lautstarke Unterstützung für Turobojew

Im Finale standen in der Halle fast 11 000 Menschen hinter Turobojew. Doch sein Widersacher besaß zunächst die besseren Karten, Reyes strahlte Zuversicht aus, aber die Entscheidung fiel dann erst in der Verlängerung. Hier bekam Turobojew die zweite Luft und drehte den Spieß um. Der Usbeke wurde im Alter von 22 Jahren Weltmeister - und das gefiel seinen tausenden Landsleuten in der Halle ganz vorzüglich.

Azizjon Kamilow, der Vorsitzende des usbekischen Judoverbandes, wurde die Aufgabe zuteil, seinem Landsmann die Goldplakette umzuhängen.

„Im Finale hat mich die gesamte Halle angefeuert und mir viel Kraft verliehen. Ich habe mich gut gefühlt und mich voll eingesetzt, um zu gewinnen", so der neue Weltmeister.

Bei den Damen bis 78 Kilogramm setzte sich eine alte Bekannte der Judowelt durch. Die 31-jährige Mayra Aguiar aus Brasilien wurde schon 2014 und 2017 Weltmeisterin, in Taschkent kam der dritte Titel dieser Art hinzu.

Zhenzhao Ma hieß ihre Finalgegnerin. Die Chinesin hatte in der Vorschlussrunde Alina Böhm aus Deutschland besiegt.

Aguiar war bestens vorbereitet

Aguiar ließ sich die Gelegenheit, zum dritten Mal Weltmeisterin zu werden, nicht entgehen. Obaid Al Anzi, der Vorsitzende des Asiatischen Judobundes, überreichte der Brasilianerin die Goldmedaille.

„Den WM-Titel wollte ich unbedingt und habe alles gut vorbereitet. Als ich herkam, wusste ich, dass ich alles gegeben habe, damit es eine runde Sache wird“, sagte Aguiar.

Aufhorchen ließ auch die 18-jährige Ukrainerin Jelisaweta Lytvynenko. Im Kampf um Bronze bezwang sie Olympiasiegerin Shori Hamada aus Japan.

Noch ist die WM in Taschkent nicht beendet. Als Nächstes sind die Schwergewichte an der Reihe.