Oktober 2002: In Moskau wird ein Musical zur tödlichen Falle

2022: Anschlag auf das Musical "Nord-Ost"
2022: Anschlag auf das Musical "Nord-Ost" Copyright Dmitry Lovetsky/AP2004
Von Frank Weinert
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23. Oktober 2002: Tschetschenische Terroristen stürmen das Moskauer Musical-Theater "Nord-Ost". Am Ende sterben mindestens 170 Menschen.

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Es ist der 23. Oktober 2002: Eine Gruppe von 40 bewaffneten Terroristen stürmt das Dubrowka-Theater in Moskau, in dem das Musical "Nord-Ost" aufgeführt wird. Der Anführer der Terroristen, Mowsar Barajew, fordert von den russischen Behörden, dass die russische Armee ihre Anti-Terror-Operation in Tschetschenien einstellen soll. Die Terroristen bringen Sprengstoff im Theater an und setzen Bombenlegerinnen mit Selbstmordgürteln unter die Zuschauer.

Der inzwischen verstorbene Sänger Iosif Kobzon und der ebenfalls verstorbene Politiker Boris Nemtsov versuchen zu vermitteln – vergeblich.

Nach drei Tagen beginnen russische Spezialeinheiten mit einem Angriff. Bei dem Einsatz wird Gas in das Gebäude eingeleitet, dann rücken die Truppen ein, 130 Geiseln kommen sofort durch die russischen Spezialkräfte ums Leben. Fünf werden von Terroristen erschossen, die übrigen sterben während der Operation oder später in Krankenhäusern.

Was bleibt, ist ein Terroranschlag, der bis heute nicht wirklich aufgeklärt ist. Aber auch die russischen Medien haben seinerzeit eine zweifelhafte Rolle gespielt. Sie lieferten den Terrorristen drinnen – unfreiwillig – wichtige Informationen von draußen.

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