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Geschützt und bedroht: Wie sich die Trockenheit auf Käse auswirkt

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Rund 3500 Lebensmittel werden europaweit mit den Siegeln geschützte Ursprungsbezeichnung und geschützte geografische Angabe versehen. Aber das erschwert im Falle von Trockenheit manchmal die Arbeit.

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Oliven aus Kalamata gehören dazu, aber auch Iberischer Schinken oder Parmesankäse: Sie werden als Lebensmittel mit geschützter Ursprungsbezeichnung oder geschützter geografischer Angabe eingestuft. Das bedeutet: Nur Erzeugnisse aus einem bestimmten Gebiet dürfen diesen Namen erhalten.

Rund 3500 Lebensmittel werden europaweit mit diesen beiden Siegeln geschützt. Doch Auswirkungen des Klimawandels können auch einen Einfluss auf diese Waren haben. Zu wenig Niederschlag beispielsweise erschwerte im Sommer landwirtschaftlichen Betrieben in Frankreich die Arbeit, die Milch für den Blauschimmelkäse Fourme de Montbrison liefern.

Landwirtin Véronique Murat sagt: „Normalerweise bleiben die Kühe mindestens vier Monate draußen und grasen. Aber in diesem Jahr war das Gras auf den Weiden sehr spärlich, also hatten die Kühe draußen nichts zu fressen.“

Zusehends auch Frankreichs Norden betroffen

Die Bestimmungen für Erzeugnisse mit geschützter Ursprungsbezeichnung besagen, dass ausschließlich Futtermittel genutzt werden dürfen, die aus der Gegend stammen. Die Einhaltung war in diesem Jahr schwierig, die Landwirtin beantragte eine Ausnahmegenehmigung. „Dank der Ausnahmegenehmigung konnten wir Futter außerhalb des Gebietes kaufen. Das hat uns gerettet“, so Murat.

Weitere landwirtschaftliche Betriebe im Land berichten ähnliches. Das wirkte sich auf rund die Hälfte der 60 geschützten Käsesorten Frankreichs aus.

Landwirt Hubert Dubien, der der Vereinigung der Hersteller der geschützten französischen Käsesorten vorsteht, sagt: „28 Käsesorten waren in diesem Jahr betroffen. Das hatten wir noch nie. Sonst gab es Anfragen für zeitlich begrenzte Ausnahmen vor allem im Süden Frankreichs. Jetzt stellen wir fest, dass das für weitere Erzeugnisse mit geschützter Bezeichnung auch im Norden Frankreichs gilt.“

Ändert sich der Geschmack?

Wenn es Ausnahmeregelungen gibt: Heißt das auch, dass sich der bekannte Geschmack etwa des Käses ändert?

„Wir achten sehr darauf, dass die Eigenheiten der Erzeugnisse erhalten bleiben, damit der Geschmack der Milch und damit auch der Geschmack des Käses nicht verändert werden. Ein Comté bleibt ein Comté, der Verbraucher wird im Grunde keinen Unterschied bemerken“, so Carole Ly vom INAO, der Stelle, die in Frankreich den Ursprung und die Güte von Erzeugnissen überwacht.

In Italien gibt es die meisten Lebensmittel mit geschützter Bezeichnung, gefolgt von Frankreich. In der italienischen Po-Ebene wirkte sich die Trockenheit dieses Sommers auch stark auf die Landwirtschaft aus. In Spanien wurde das Schweinefutter knapp, sodass ein höherer Fleischpreis erwartet wird.

Die Landwirtschaft wird sich etwas überlegen müssen, sollten Trockenzeiten wie im Sommer 2022 häufiger auftreten. euronews-Mitarbeiterin Julie Van Ossel sagt: „Die Dürre dieses Jahres war die schlimmste seit rund 500 Jahren. Es könnte sein, dass so etwas jetzt alle 20 Jahre vorkommen wird."

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