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Lithium-Dreieck in Südamerika: Viele stranden auf der Suche nach dem "weißen Gold"

Riesige Salzwasserbecken, in denen das Lithium gewonnen wird
Riesige Salzwasserbecken, in denen das Lithium gewonnen wird Copyright AFP
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Von Euronews mit AFP/AP
Zuerst veröffentlicht am
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Die Vorkommen sind beachtlich, aber die Folgen des Abbaus dramatisch: Bei der Lithiumgewinnung werden täglich Millionen Liter Wasser verschwendet und einheimische Tier- und Pflanzenarten unwiederbringlich zerstört.

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In den Salzseen von Bolivien, Chile und Argentinien, dem sogenannten Lithiumdreieck, befindet sich mehr als die Hälfte der weltweiten Reserven des begehrten "weißen Goldes", das ein wichtiger Bestandteil beim Bau von Batterien für Elektroautos und Mobiltelefonen ist.

Der durchschnittliche Weltmarktpreis für Lithium stieg von 5600 Euro pro Tonne im November 2020 auf 60.000 Euro im September dieses Jahres. Die argentinischen Salzwüsten Salinas Grandes gelten als besonders ergiebig.

Doch bei der Lithiumgewinnung werden täglich Millionen Liter Wasser verschwendet und einheimische Tier- und Pflanzenarten unwiederbringlich zerstört.

Veronica Chavez, Präsidentin der indigenen Kolla-Gemeinschaft in Santuario de Tres Pozos sagt: "Die Betreiber erklären uns, dass sie sie Erde retten werden. Vielleicht retten sie den Planeten, aber sie opfern uns dafür. Denn wir essen kein Lithium und keine Batterien, aber wir trinken Wasser."

Große Hoffnungen - nicht erfüllt

Im Gegensatz zum weltweit größten Lithium-Lieferanten Australien, wo das Alkalimetall durch Bergbau gewonnen, bringt man in Südamerika lithiumhaltiges Salzwasser aus unterirdischen Seen an die Oberfläche und verdunstet es in großen Becken.

Chile kam 2021 auf 26 % der Weltproduktion. In Bolivien, das über ein Viertel der weltweiten Lithiumreserven verfügt, haben sich Hoffnungen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung nicht erfüllt. Zur großen Enttäuschung lokaler Unternehmer wie Donny Ali, der ein Hotel eröffnete und bislang vergeblich auf den großen Ansturm wartet.

"Wir stellen fest, dass es im Vergleich zu unseren Konkurrenten in Argentinien und Chile einen großen Rückstand gibt. Wir wissen, dass Bolivien derzeit noch nicht auf der Weltkarte der Lithiumproduzenten vertreten ist, obwohl wir über die größten zertifizierten Ressourcen verfügen."

Widerstand gegen Lithiumabbau in Nevada

Auch der US-Bundesstaat Nevada hat mit Problemen beim Lithiumabbau zu kämpfen. Gleich mehrere Interessengruppen wehren sich gegen die Entwicklung eines Bergbauprojekts in der Wüste, das die Lithiumproduktion um das Sechsfache steigern würde.

Ranchbesitzer sind besorgt über die ökologischen und wirtschaftlichen Folgen des Abbaus, weil dabei das Grundwasser massiv angezapft würde. Indianische Ureinwohner betrachten den Ort als heilig - und unantastbar.

Eine Anhörung ist geplant - allerdings wird das Projekt von US-Präsident Biden unterstützt.

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