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Auch wenn man es nicht sieht, ist "Love" verboten - "Machtdemonstration der FIFA"

Statt der "One Love"-Armbinde trug Englands Kapitän beim Auftakt-Spiel eine schwarze "No Discrimination"-Binde
Statt der "One Love"-Armbinde trug Englands Kapitän beim Auftakt-Spiel eine schwarze "No Discrimination"-Binde Copyright Pavel Golovkin/Copyright 2022 The AP. All rights reserved
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Von Euronews mit dpa
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die "One Love"-Armbinde symbolisiert Unterstützung mit der LGBTQ+-Bewegung. Ihr Tragen bei den Spielen wurde den Kapitänen der Mannschaften in Qatar untersagt.

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Der zweite Spieltag der Fußball-WM in Katar war von der Diskussion um das Tragen der One-Love-Armbinden überschattet. In mehreren europäischen Ländern wurde überraschend zur Kenntnis genommen, dass die Mannschaftskapitäne, darunter Manuel Neuer aus Deutschland, sich dem Druck der FIFA beugten und sich gegen die Binde entschieden.

In den sozialen Netzwerken und den Kommentarspalten wurden die deutschen Fußballer unter anderem für ihre "Feigheit" kritisiert.

Doch die FIFA geht noch einen Schritt weiter. Das belgische Nationalteam, dessen Trikot an der Innenseite den Schriftzug "LOVE" trägt, wurde angewiesen, das Wort zu entfernen. Das teilte der belgische Fußballverband mit.

"Das Wort Love muss verschwinden", zitieren belgische Medien den Präsidenten des belgischen Verbandes RBFA, Peter Bossaert. "Es ist traurig, aber die Fifa lässt uns keine Wahl."

Das betroffene Trikot enthält die Regenbogenfarben und soll die Werte von Vielfalt, Gleichheit und Inklusion widerspiegeln und erinnert an das Musikfestival Tomorrowland in Belgien. Der Schriftzug auf der Innenseite wurde indes angemahnt: Im Nacken steht auf rotem Stoff das Wort"LOVE". 

Damit das Team morgen wie geplant gegen Kanada im Auswärtstrikot antreten kann, wird nach Angaben des Verbands ein Etikett angebracht, das den Schriftzug verdecken soll.

Nach Ansicht der FIFA könnte der Hinweis auf das belgische Musikfestival Tomorrowland als versteckte Werbung betrachtet werden.

Vor ihrem Spiel gegen Iran kniete die englische Fussball-Mannschaft als Zeichen gegen Rassismus nieder, doch es war es die fehlende "One-Love"-Armbinde des englischen Kapitäns, die für Schlagzeilen sorgte. Harry Kane entschied gegen das Tragen der Binde, die Unterstützung der LGBTQ+-Rechte symbolisieren soll.

Zuvor hatte der Weltfussballverband Fifa davor gewarnt, dass bei es bei derartigen Verstößen eine Verwarnung oder gar einen Platzverweis geben würde.

Kritik an der Fifa kam unter anderem von DFB-Präsident Bernd Neuendorf: "Die Fifa hat heute eine Aussage für Diversität und Menschenrechte untersagt. Das sind Werte, zu denen sie sich in ihren eigenen Statuten verpflichtet. Das ist aus unserer Sicht mehr als frustrierend und auch ein beispielloser Vorgang in der WM-Geschichte, wie ich finde. Es handelt sich aus meiner Sicht um eine Machtdemonstration der Fifa."

Neben der Spitze des Deutschen Fußball-Bundes kritisierten am Montag Bundestags- und EU-Abgeordnete die scharfe Drohung der FIFA.

Insgesamt sieben europäische Mannschaften hatten nach der Drohung auf das Tragen der Armbinde verzichtet, darunter auch der deutsche Kapitän Manuel Neuer.

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