Schickt Putin jetzt den "revolutionären" Panzer T-14 Armata in die Ukraine?

Panzer T-14 Armata bei der Probe einer Militärparade in Moskau im Mai 2022
Panzer T-14 Armata bei der Probe einer Militärparade in Moskau im Mai 2022 Copyright Alexander Zemlianichenko/Copyright 2022 The AP. All rights reserved.
Von Euronews mit AP, Konflikt & Sicherheit
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Im Internet kursieren bereits Videos, die Russlands Panzer T-14 Armata im Gebiet der sogenannten Spezialoperation zeigen sollen. Bei Militär-Paraden wurde das Gerät bereits vorgeführt.

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Der Präsident der Ukraine warnt die Mitbürgerinnen und Mitbürger vor weiteren russischen Angriffen vor dem Jahresende. Über eine mögliche neue Offensive Russlands gibt es auch Spekulationen im Internet. 

Und es kursieren unter Militärbloggern und denen, die sie beobachten, Videos und Fotos des russischen Super-Panzers T-14 Armata - angeblich im Gebiet der sogenannten Spezialoperation, also im Krieg in der Ukraine.

Der britische Militärexperte Rob Lee meint, dass die Aufnahmen nicht in der Ukraine gemacht, sondern dass der vermeintlich revolutionäre Panzer von Russlands Armee wahrscheinlich im russischen Kazan getestet wurde.

"Bester Kampfpanzer der Welt"

Dabei leitet Rob Lee die Bilder von Wladimir Putins Propagandisten Wladimir Solowjow weiter. Der russische Talkshow-Moderator nennt den T-14 Armata im Kommentar seines Telegram-Posts den "besten Kampfpanzer der Welt".

"Pleiten-, Pech- und Pannenpanzer"

Der neuartige Kampfpanzer wurde 2015 erstmals vorgeführt, doch wann er tatsächlich eingesetzt werden kann, hat Moskau offiziell nicht bekannt gegeben. Seit 2010 wurde unter dem Namen Objekt 148 an dem neuen Militärgerät gearbeitet. Und er soll bereits im Krieg in Syrien eingesetzt worden sein. Offenbar gab es aber auch Probleme. So schreiben die Experten von "Konflikte und Sicherheit": "Für die einen ist der russische Kampfpanzer T-14 ‚Armata‘ bahnbrechend, revolutionär und eine militärtechnologische Sensation. Für die anderen eher ein für Russland zu kostspieliger Pleiten-, Pech- und Pannenpanzer."

Verschiedenen Quellen zufolge kostet ein T-14 Armata etwa 7 Millionen Euro. Und einige vergleichen die moderne Steuerung per Gamepad mit einer Spielekonsole, so dass der Panzer für junge Soldaten leicht zu bedienen sei.

Dass es mit der modernen Technologie aber auch Probleme geben kann, hatte zuletzt der deutsche Puma gezeigt, der offenbar bei feuchter Witterung pannenanfällig sein soll. 

Ein leichter Panzer

Der T14 wiegt etwa 55 Tonnen und ist damit deutlich leichter als ein deutscher Leopard 2 mit 69 Tonnen oder ein US-amerikanischer Abrams mit 73 Tonnen. Weniger Gewicht bedeutet eine höhere Geschwindigkeit und eine größere Reichweite.

Die "reaktive" Panzerung

Dabei soll der T-14 Armata über eine besonders robuste Panzerung verfügen - laut russischen Angaben aus Keramik und einer Stahllegierung, die den Panzer auch gegen Panzerabwehrwaffen schützen soll. Die Besonderheit ist zudem eine sogenannte "reaktive Panzerung" mit "Malachit" - das ist ein Sprengstoff, der in der Panzerung eingebaut ist und explodiert, sobald der T-14 Armata angegriffen wird. Damit wird quasi ein Gegenangriff ausgelöst.

Der Kampfpanzer wird von drei Mann Besatzung manöviert, doch das Besondere ist der unbemannte Turm. Die Soldaten, die sich im Turm aufhalten, sind generell bei Angriffen gefährdet.

Im Dezember 2021 hatte TASS gemeldet, dass 20 Exemplare des T-14 Armata an die russische Armee geliefert worden seien.

Die ukrainische "Kyiv Post" macht sich denn auch über die Spekulationen zu der russischen "Wunderwaffe" lustig und schreibt, das Metallteil werde wohl erst in der Ukraine eintreffen, wenn die "Spezialoperation" vorüber sei.

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