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Großbritanniens Versuch, die ersten Satelliten von Europa ins All zu schießen, scheitert

"Cosmic Girl"der US-Firma Virgin Orbit
"Cosmic Girl"der US-Firma Virgin Orbit Copyright UK Space Agency/AP
Copyright UK Space Agency/AP
Von Julika Herzog mit dpa, AP, AFP
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Beim ersten Satellitenstart von britischem Boden ist es in der Nacht zum Dienstag unerwartet zu Problemen gekommen - der historische Versuch scheiterte.

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Beim ersten Satellitenstart von britischem Boden ist es in der Nacht zum Dienstag unerwartet zu Problemen gekommen - der historische Versuch scheiterte.

Satelliten wurden nicht ausgesetzt

Zwar hob "Cosmic Girl", wie der zur fliegenden Startrampe für Weltraum-Satelliten umgebaute Jumbojet der US-Firma Virgin Orbit genannt wird, wie geplant vom südwestenglischen Flughafen Newquay ab und auch die Trägerrakete wurde wie vorgesehen auf ihre Reise geschickt. Doch als die zweite Stufe des Raketentriebwerks zündete, "kam es zu einer Unregelmäßigkeit im System, die die Mission vorzeitig beendete", teilte die US-Firma Virgin Orbit mit, die den Start durchführte.

Die dann abgeschickte Trägerrakete habe nicht die nötige Höhe erreicht und die Satelliten nicht aussetzen können, so Matt Archer von der UK Space Agency Reportern am Spaceport Cornwall.

US-Firma Virgin Orbit zerknirscht

Die beteiligte US-Firma Virgin Orbit zeigte sich zerknirscht. Es sei das erste Mal, dass die Trägerrakete die Satelliten nicht wie geplant in die Umlaufbahn gebracht habe. Zuvor waren mehrere ähnliche Flüge in den USA erfolgreich verlaufen.

Das US-Raumfahrtunternehmen Virgin Orbit des britischen Milliardärs Richard Branson führt seit 2021 Starts in den USA durch. Zu Ehren der britischen Rockband Rolling Stones hieß die Mission "Start Me Up" nach dem gleichnamigen Hit der Gruppe um Frontman Mick Jagger.

Neun kleine Satelliten und Trägerrakete verloren

In rund 10,7 Kilometern Höhe über dem Atlantischen Ozean sollte das umfunktionierte Flugzeug vom Typ Boeing 747 eine Trägerrakete ins All schicken, die wiederum neun kleine Satelliten, die jeweils die Größe eines Schuhkartons haben, in die Umlaufbahn bringen sollte.

Ob und wo Teile der Rakete auf die Erde zurückfielen, sei noch nicht bekannt, betroffen seien in diesem Fall aber unbewohnte Gebiete. In den nächsten Tagen solle eine Untersuchung herausfinden, wie es zu dem technischen Versagen kam und wie es nun weitergeht. Das Flugzeug kehrte unterdessen sicher und wie geplant zur Erde zurück, wie es hieß.

Heftiger Rückschlag für "galaktisches Großbritannien"

Es ist ein heftiger Rückschlag für die ambitionierten britischen Pläne. Das Land will zum Vorreiter der europäischen Weltraumindustrie werden. Die sonst so nüchterne BBC sprach vor dem Start von einem "Meilenstein" für die britische Raumfahrt. Es handele sich um "die Geburt einer einheimischen Trägerraketen-Industrie". Rund 2000 Schaulustige verfolgten laut BBC das Ereignis in der südwestenglischen Grafschaft Cornwall.

Vor anderthalb Jahren hatte der damalige Premierminister Boris Johnson in seiner gewohnt überschwänglichen Art angekündigt, das Land zum "Galactic Britain" zu machen - zum galaktischen Großbritannien.

Newquay ist einer von insgesamt sieben geplanten Spaceports im Vereinigten Königreich. Der erste Vertikalstart einer Rakete ist im Laufe des Jahres in Schottland geplant. Die Regierung hofft, dass die Raumfahrtindustrie im kommenden Jahrzehnt rund 3,8 Milliarden Pfund (4,3 Mrd Euro) zur britischen Wirtschaft beitragen wird.

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