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"Niemand mag ihn": Hat auch Putin genug von Wagner-Chef Prigoschin?

Vor der Wagner-Zentrale in St. Petersburg in Russland
Vor der Wagner-Zentrale in St. Petersburg in Russland Copyright OLGA MALTSEVA/AFP
Copyright OLGA MALTSEVA/AFP
Von Euronews mit AFP, FT
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Russlands Verteidigungsministerium rekrutiert nun laut Berichten selbst in Gefängnissen - und Wagner-Chef Prigoschin hat offenbar an Einfluss eingebüsst.

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Der Chef der Wagner-Söldner, Jewgeni Prigoschin, hat seine Ankündigung, er rekrutiere nun nicht mehr in Russlands Gefängnissen für den Krieg in der Ukraine heruntergespielt. Denn der Unternehmer behauptete gleichzeitig, nach einer Werbekampagne hätten sich 10 Millionen US-Bürger beworben, um als Söldner für die Privatarmee PMC Wagner Group zu kämpfen. Doch tatsächlich werten viele Beobachtende das Ende der Wagner-Rekrutierung  von Häftlingen als persönlichen Machtverlust Prigoschins.

Bei Beratungen über die neue Strategie Russlands im Krieg in der Ukraine soll sich Verteidigungsminister Sergei Schoigu durchgesetzt haben.

Denn das russische Verteidigungsministerium rekrutiert inzwischen selbst in Gefängnissen - unter ähnlichen Bedingungen wie Wagner, nämlich gegen Strafminderung. Allerdings wird den Gefangenen, die sich für den Einsatz in der Ukraine melden, suggeriert, die Konditionen seien "etwas menschlicher" als bei den Wagner-Söldnern. 

Häftlinge nun in Strafbattaillonen der Armee - statt bei Wagner

Laut russischen Berichten sollten die Häftlinge in Strafbattaillonen, den sogenannten "shtrafbats" - die es schon zu Sowjetzeiten gab -, in der Ukraine kämpfen. In den Strafeinheiten sollen auch russische Soldaten eingesetzt werden, die zuvor den Einsatz verweigert haben. Selbst dort sollte es weniger brutal zugehen als bei den Wagner-Söldnern. Deren Kämpfer wurden oft schlecht ausgestattet an die vorderste Front geschickt - als eine Art "Kanonenfutter". Widerspenstige oder gefangen genommene Wagner-Mitglieder wurden als "Verräter" angesehen - ihnen drohte die Todesstrafe.

Olga Romanova setzt sich für die Rechte von Inhaftierten in Russland ein. Sie erklärt in einem Interview mit dem unabhängigen russischen Medienunternehmen 'We can explain', dass das Verteidigungsministerium versprochen hat, in den neuen Strafbataillonen werde niemand ohne Gerichtsverfahren hingerichtet und  niemand unter 21 Jahren werde aufgenommen.

Wagner hatte auch Inhaftierte unter 21 Jahren - mit Zustimmung von deren Eltern - in den Krieg geschickt. inzwischen machen aber die Konditionen bei den russischen Söldnern selbst den Gefangenen und vor allem deren Familien Angst.

"Niemand mag ihn"

Ein hoher russischer Beamter sagte gegenüber der Financial Times über den Wagner-Chef: "Es wird schlimm für ihn enden. Die Punkte, die er gesammelt hat, werden bald verfallen, und niemand mag ihn."

Der estonische Beobachter, der unter @wartranslated auf Twitter russische Berichte übersetzt, schreibt, dass Prigoschin die hochgeschraubten Erwartungen und verzweifelten Hoffnungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht erfüllt habe. Zudem habe sich der Unternehmer völlig inakzeptabel verhalten. Und weil er die Armee oft kritisiert hat, wird Prirgoschin von vielen Militärs verachtet.

Sogar der ehemalige Mitstreiter und Hardliner Igor Girkin scheint sich jetzt gegen Jewgeni Prigoschin zu stellen. 

Wie viele Wagner-Söldner und wie viele russische Soldaten im Krieg in der Ukraine ihr Leben verloren haben, ist nicht bekannt.

Reuters zitiert Zahlen der russischen Justizbehörden, aus denen hervorgeht, dass die Zahl der Gefangenen zwischen August und November um über 20.000 gesunken ist - das ist der stärkste Rückgang seit über zehn Jahren. Ob es da überhaupt noch Freiwillige für den Krieg zu rekrutieren gibt, bleibt abzuwarten.

Einige russische Militärexperten befürchten auch, dass Russland ohne die Wagner-Söldner in der Ukraine gar nichts mehr ausrichten werde. Die letzten Geländegewinne bei Bachmut sollen vor allem durch Prigoschins Truppen erreicht worden sein.

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