Ein Monat nach dem Erdbeben: Wiederaufbau in der Türkei nicht abzuschätzen

Vorübergehend sind viele Familien in Zelten untergebracht.
Vorübergehend sind viele Familien in Zelten untergebracht. Copyright Hussein Malla/Copyright 2023 The AP. All rights reserved
Von Euronews mit AFP, EBU
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Ein Monat nach dem verheerenden Erdbeben kämpft die Türkei mit den Folgen. Zahlreiche Menschen haben ihr Zuhause verloren. Die Unzufriedenheit mit der Regierung wächst.

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Einen Monat nach dem verheerenden Erdbeben vom 6. Februar hat die Türkei nach wie vor mit den Folgen zu kämpfen.

Die historische Stadt Antakya liegt in Trümmern. Doch einer will die Stadt nicht verlassen: Rafet Yavrum, das Oberhaupt der Gemeinde, bleibt, obwohl es keine Gemeinde mehr gibt. Seit drei Wochen schläft er in einem Zelt im Park. Für ihn ist klar: "Ich bleibe hier, ich werde nicht gehen."

Containerdorf soll den Überlebenden Schutz bieten

14 Millionen Menschen sind von dem Erdbeben betroffen, über 3 Millionen mussten nach Angaben von Präsident Erdogan ihre Wohnorte verlassen.

Fast zwei Millionen Menschen leben gerade in Zelten und Containern. In der Provinz Gaziantep entsteht für die Überlebenden ein Containerdorf. Die ersten Container sind fertiggestellt und sollten Familien, die bisher in Zelten lebten, etwas mehr Schutz und Komfort bieten können.

Rund um die Uhr wird gearbeitet, um den zahllosen Überlebenden, die ihre Wohnungen und Häuser verloren haben, eine Unterkunft bieten zu können. Vermutlich werden viele der Containerhäuser für mehrere Jahre bewohnt werden, der entstandene Schaden an den Häusern ist so groß, dass die Dauer des Wiederaufbaus bisher nicht abzuschätzen ist.

Unzufriedenheit mit der Regierung wächst

Währenddessen wächst im Land die Unzufriedenheit der Regierung gegenüber im Umgang mit der Naturkatastrophe. In einigen Regionen mussten die Opfer tagelang auf Rettungskräfte warten. Zu lockere Bauvorschriften führten zu Gebäudeeinstürzen, die mit strengeren Regeln wohl zu verhindern gewesen wären.

Erdogan gestand Fehler ein und bat um "Vergebung". Es sei nicht möglich, sich auf eine solche Katastrophe vorzubereiten, erklärte er während eines Besuches in einer der betroffenen Regionen.

Das Erdbeben der Stärke 7.8, auf das neun Stunden später eines der Stärke 7.6 folgte, kostete mehr als 50.000 Menschen das Leben, über 100.000 wurden verletzt. Mehr als 200.000 Gebäude wurden zerstört. Die WHO nannte das Erdbeben die "schlimmste Naturkatastrophe" in Europa seit 100 Jahren.

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