Erbitterter Kampf von Ukrainern und Russen an der Front: "Putin will Bachmut als Sieg verkaufen"

Letzte Woche besuchte der ukrainische Präsident die Front
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Der ukrainische Präsident sieht den Wert des umkämpften Bachmut nicht im militärischen, sondern im symbolischen: fällt Bachmut, könnte dies die politische Position der Ukraine insgesamt schwächen.

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Die Ukraine wehrt sich nicht nur mit aller Kraft gegen die russischen Angriffe auf Bachmut, in den kommenden Wochen will sie eine große Gegenoffensive starten. Seit Monaten tobt ein blutiger Kampf um eine Stadt, die nach Analystenmeinung strategisch keinen großen Wert hat. Aber Bachmut ist zum Symbol geworden, psychologisch ist der Wert der Stadt für beide Seiten enorm.

"Putin will siegen, er will Bachmut als Sieg verkaufen. An den Westen, an seine Gesellschaft, an China, den Iran, an alle Länder... Er wird ihn an seine Gesellschaft verkaufen. Dabei ist es nur ein kleiner Schritt. Und dann, warte, warte, "ich werde eine Entscheidung über die Ukraine treffen". Dann ein weiterer Schritt, ein weiterer Schritt, und noch ein Schritt."

Wolodymyr Selenskiy, Präsident der Ukraine

Letzte Woche besuchte der ukrainische Präsident die Front. Während der Reise bekräftigte Selenskiy in einem Interview, dass er die bisherige Zurückhaltung Pekings aufbrechen wolle, denn China gilt als Schlüssel zur Lösung des Konflikts.

"Natürlich mache ich auf diplomatischen Kanälen, öffentlich und nicht öffentlich Gesprächsangebote an den chinesischen Präsidenten. Und ich möchte auch mit ihm sprechen. Wir waren schon vor dem Krieg in Kontakt, aber während des vergangenen Jahres, seit mehr als einem Jahr, hatte ich keinen Kontakt - und ich warte darauf, dass unsere Teams eine Lösung finden."

Wolodymyr Selenskiy, Präsident der Ukraine

Selenskiys Sorge ist, dass ein russischer Sieg in Bachmut dazu führern könnte, dass der Westen das Vertrauen in die Widerstandsfähigkeit der Ukraine verlieren könnte. Das könnte einem Abkommen  internationalen Rückenwind auch aus dem Westen geben, das der Ukraine unannehmbare Kompromisse abverlangen könnte. Und auch China würde dann im Zweifel seine bisherige Zurückhaltung aufgeben - und den russischen Interessen noch mehr Rückhalt geben.

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