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Mehr Sicherheit oder Provokation - Was bringt der finnische NATO-Beitritt?

Finnland ist jetzt Mitglied der NATO. Wie geht es weiter?
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Von Euronews
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Finnland ist jetzt Mitglied der NATO. Wie geht es weiter? Welche Vorteile hat der Beitritt und welche Verpflichtungen? Wird er die Sicherheit in den nordischen Ländern erhöhen? Euronews hat mit Experten gesprochen.

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Finnland ist jetzt Mitglied der NATO. Wie geht es weiter? Welche Vorteile hat der Beitritt und welche Verpflichtungen? Wird er die Sicherheit in den nordischen Ländern erhöhen? Euronews hat mit Experten gesprochen.

"Es ist ein gegenseitiger Gewinn. Für Finnland bedeutet der Beitritt, Teil eines breiteren Verteidigungsbündnisses zu sein. Aber auch die NATO gewinnt, denn erstens schließt sie mit Finnland und bald auch mit Schweden eine Art Lücke.", sagt Fabrice Pothier, Berater am International Institute of Strategic Studies. 

In den vergangenen Jahrzehnten habe sich die NATO mit dieser Lücke befasst. Die Militärplaner hätten bei ihren Notfallplanung alle möglichen Krisenszenarien in Betracht ziehen müssen. Denn man hätte sich ja nicht darauf verlassen können, dass Finnland und Schweden sich automatisch an einer Reaktion auf einen möglichen militärischen Übergriff beteiligen würden, so der NATO-Experte Pothier. 

Mit den 1.340 Kilometern Grenze zwischen Finnland und Russland hat die NATO ihre Front gegenüber Moskau verdoppelt. Die Mitgliedschaft Finnlands bildet eine Art Schutzwall, der in Nordeuropa mit Finnland beginnt und bis in den Osten nach Bulgarien reicht, wo die NATO nach der Invasion in der Ukraine ihre Ostflanke verstärkt hat.

Helsinki will vorerst keine NATO-Truppen aufnehmen. Welche Rechte hat das Land innerhalb des Bündnisses?

Putin will sein Sicherheitssystem neu ausrichten

"Es gibt keine Verpflichtung. Andere NATO-Staaten können nicht erwarten, dass sie automatisch das, was sie für richtig halten, auf finnischem Territorium machen können. Und Finnland muss sich nicht automatisch an einer NATO-Operation beteiligen, nur weil es Mitglied des Bündnisses ist", erklärt Fabrice Pothier. 

Henri Vanhanen, Berater am Finnischen Institut für Internationale Beziehungen, meint: "Der Präsident (Sauli Niinistö) hat gesagt, dass Finnland seiner NATO-Mitgliedschaft keine Grenzen oder Vorbedingungen setzen wird, was bedeutet, dass es für Finnland eigentlich keine Grenzen für eine mögliche NATO-Präsenz auf finnischem Boden gibt. Es wird eher darum gehen, wie Finnland in Friedenszeiten zu den Aufgaben der Allianz beitragen wird, zum Beispiel durch die Teilnahme an der Luftpolizei in den baltischen Staaten."

Der Sprecher von Wladimir Putin erklärte, Russland werde nach dem Beitritt Finnlands Schritte unternehmen, um sein Sicherheitssystem neu auszurichten. Welche möglichen Maßnahmen können wir von Russland erwarten?

Finnland ist nicht aus Angst beigetreten

Fabrice Pothier ist der Meinung, dass aus Moskau weitere Provokationen zu erwarten sind: "Russland nimmt den Artikel Fünf ernst. Wir müssen also davon ausgehen, dass die Russen jetzt, da Finnland unter Artikel Fünf fällt, das übliche Erpressungs-Drohspiel spielen könnten. Aber es ist nicht klar, wie weit sie zu gehen bereit wären."

Henri Vanhanen meint, dass man der Aggression aus Russland mit der finnischen Mitgliedschaft etwas entgegensetzen wollte. "Angst ist nicht der Grund dafür, dass Finnland der NATO beigetreten ist oder den Antrag auf Mitgliedschaft in der NATO gestellt hat. Ich denke, es war die Idee, das aggressive Verhalten Russlands auszugleichen und Nordeuropa Stabilität zu bringen. Finnland hat gelernt, vorbereitet zu sein, aber nicht ängstlich."

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