Migration über das Mittelmeer - die tödlichsten drei Monate seit 2017

Ein Schiff mit rund 700 Migranten an Bord läuft in den sizilianischen Hafen von Catania ein, 12. April 2023
Ein Schiff mit rund 700 Migranten an Bord läuft in den sizilianischen Hafen von Catania ein, 12. April 2023 Copyright Salvatore Cavalli/AP
Von euronews
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Die Internationale Organisation für Migration berichtet von den tödlichsten drei Monaten im zentralen Mittelmeer seit 2017. Die italienische Regierung hat für sechs Monate den Notstand ausgerufen, um den Ansturm von Migranten an der Südküste zu bewältigen.

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Die Internationale Organisation für Migration berichtet von den tödlichsten drei Monaten im zentralen Mittelmeer seit 2017 - 441 tote Migranten wurden dokumentiert. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, denn diese Route gilt als die gefährlichste der Welt mit mehr als 20.000 bekannten Todesfällen seit 2014. 

Die Möglichkeiten der NGOs sind begrenzt, oft genug werden sie auch behindert. Die IOM fordert deshalb alle Behörden auf, mehr für Suche und Rettung zu tun.

Es hat Fälle gegeben, bei denen auf Notrufe überhaupt nicht reagiert wurde, was zu Dutzenden von Opfern geführt hat. Die IOM spricht von den "unsichtbaren Schiffbrüchen", die nur bekannt würden, weil die Boote als vermisst gemeldet wurden.

Die Zahl der Migranten wächst, und damit die Zahl der Todesopfer

Die italienische Regierung hat für sechs Monate den Notstand ausgerufen, um den Ansturm von Migranten an der Südküste zu bewältigen. Italien diskutiert seit geraumer Zeit über die Ankunft Tausender Bootsmigranten. 

Unter den EU-Mitgliedstaaten gibt es seit Jahren Streit in der Frage der Verteilung der Schutzsuchenden. Das Innenministerium in Rom registrierte in diesem Jahr bereits mehr als 31 000 Menschen, die auf Booten Italien erreichten oder im Mittelmeer gerettet und an Land gebracht wurden - im Vorjahreszeitraum waren es rund 7900. 

Die Mittelmeerinsel Lampedusa ist derzeit besonders betroffen. Nach der Ankunft von Tausenden Menschen ist das dortige Erstaufnahmelager überfüllt. In dem Camp, das eigentlich maximal 400 Menschen aufnehmen kann, sind zurzeit mehr als 1800 Migranten untergebracht.

Die italienische Regierung sieht die EU in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass weniger Migranten über die Mittelmeerroute ins Land kommen.

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