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Einwanderung von Fachkräften: Was Deutschland von Kanada lernen will

Grenzübergang in Niagara Falls in der kanadischen Provinz Ontario. Aufnahme aus dem August 21
Grenzübergang in Niagara Falls in der kanadischen Provinz Ontario. Aufnahme aus dem August 21 Copyright Eduardo Lima/The Canadian Press via AP
Copyright Eduardo Lima/The Canadian Press via AP
Von euronews
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Die deutsche Innenministerin Nancy Faeser und Arbeitsminister Hubertus Heil sind in Kanada. Dort wollen sie mehr über die Einwanderung von Fachkräften lernen. Diesbezüglich gilt Kanada als Vorbild.

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Wie gelingt das Anwerben von ausländischen Fachkräften? Um Antworten auf diese Frage aus kanadischer Sicht zu erhalten, sind die deutsche Innenministerin Nancy Faeser und Arbeitsminister Hubertus Heil in das nordamerikanische Land gereist.

Dort tauschen sie sich unter anderem mit Sean Fraser aus, der in der kanadischen Regierung für Einwanderungsbelange zuständig ist. Laut Meldung des deutschen Innenministeriums findet im Rahmen der Reise, die Faeser und Heil nach Ottawa und Toronto führt, auch ein Austausch mit Unternehmen und Behörden statt.

„Kanada ein Vorbild"

„Wir wollen ein modernes Einwanderungsrecht schaffen, damit ausländische Fachkräfte leichter nach Deutschland kommen und hier schnell durchstarten können. Dafür ist Kanada ein Vorbild, von dem wir lernen wollen", sagte Faeser vor der Reise.

Punkteverfahren: Ausbildung, Sprachkenntnisse, Berufserfahrung

In Kanada kommt bei der Einwanderung ein Punkteverfahren zur Anwendung, das bereits seit 1967 besteht. In die Beurteilung und damit letztlich in die Entscheidung über Aufnahme oder Ablehnung fließen bei der Bewerbung um eine Aufenthaltsgenehmigung unter anderem die Ausbildung, Sprachkenntnisse und der berufliche Werdegang ein. So richtet sich Kanada gemäß seiner Amtssprachen sowohl an englisch- als auch französischsprachige Menschen. Wer beide beherrscht, kann sich im Verfahren Zusatzpunkte sichern. Ebenfalls wichtig ist, ob Stellenangebote kanadischer Unternehmen bestehen. Wird die Einwanderungsgenehmigung erteilt, besteht nach dreijährigem Aufenthalt in Kanada die Möglichkeit, die Staatsangehörigkeit des Landes zu beantragen.

„Kanada zeigt, wie erfolgreiche Einwanderungspolitik ein Gewinn für Gesellschaft, Wirtschaft und Zugewanderte sein kann", meint der deutsche Arbeitsminister Hubertus Heil.

Kanada hat Schnellverfahren eingeführt

Um das manchmal Jahre dauernde Bewerbungsverfahren zu verkürzen, hat Kanada für Fachkräfte eine schnelle Handlungsweise geschaffen. Die Behörden werben unter anderem mit der Zusage: „Sobald sie ausgewählt sind, werden vollständige Anträge innerhalb von sechs Monaten oder weniger bearbeitet." Auch hier werden Punkte vergeben, um die Bewerbungen einzustufen, unter anderem je nach Alter, Ausbildung, Berufserfahrung und Sprachkenntnissen. Kanada nahm sich bei dieser Schnellverfahrensweise Anleihen aus Australien und Neuseeland.

Allerdings ist auch mit einer Auswahl durch die kanadische Schnellverfahrensweise nicht automatisch die Möglichkeit gegeben, dauerhaft in Kanada bleiben zu können. Das beschränkt sich auf die Menschen, die innerhalb des Auswahlvorgangs die höchste Punktzahl erreicht haben.

Als Vorteil des Verfahres wird eingeschätzt, dass die kanadischen Behörden gewöhnlich alle zwei Wochen Bewerbungen auswählen. Die eigene Punktzahl kann auch nach bereits eingereichter Bewerbung weiter erhöht werden, unter anderem, wenn ein Stellenangebot eines kanadischen Unternehmens vorgewiesen werden kann oder die Ergebnisse in Sprachprüfungen (Englisch, Französisch) verbessert werden.

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