Osteuropäische Getreidebauern sind wütend

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Ihr Getreide liegt im Lager. Ein Grund ist der Preisverfall wegen des Krieges in der Ukraine.

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Iliya Prodanov vom Bulgarischer Verband der Getreideproduzenten ist besorgt. Er sagt: "Die vergangenen Monate waren ein echter Test. Im Moment befindet sich ein großer Teil unserer Ernte noch im Lager, weil der Preis für Sonnenblumenkerne für einige Monate niedriger war als der Herstellungspreis."

Wie dieser bulgarische Getreidebauer haben viele Landwirte in Osteuropa den Verkauf ihrer Produktion verzögert, während sie auf steigende Preise warten. Doch mit der nahenden Ernte drängt die Zeit. Sie demonstrieren seit einigen Wochen.

Sie prangern die Wirkungslosigkeit der sogenannten Solidaritätskorridore an, jener steuerfreien Transitrouten.

Getreide, das für andere Märkte und Schwellenländer bestimmt war, aber schließlich die an die Ukraine angrenzenden Länder überschwemmte.

Landwirte sagen, dass sie den Transit ukrainischer Waren durch Europa unterstützen, aber nicht auf Kosten ihrer lokalen Wirtschaft.

Iliya Prodanov meint: "Es ist kein Problem für uns, die gesamte Produktion zu transportieren, aber im Moment ist der Transit kein echter Transit. Die Waren bleiben hier in Bulgarien".

Als Reaktion haben sich Bulgarien, Ungarn, Polen und die Slowakei für ein Importverbot für ukrainisches Getreide ausgesprochen.

Sie wollen in der Lage sein, die Menge der ukrainischen Waren zu kontrollieren. Maßnahmen, die gegen europäisches Recht verstoßen.

Wirtschaftswissenschaftler Armin Steinbach sagt: "Ein einzelner Mitgliedstaat kann einem Dritten nicht einseitig Handelsbeschränkungen auferlegen. In der EU liegt die Zuständigkeit bei der Handelspolitik und beim Erlass von Handelsmaßnahmen ausschließlich bei der EU und der Europäischen Kommission."

Um die betroffenen Länder zu besänftigen, hat die EU den Landwirten mehr als 150 Millionen Euro Soforthilfe angeboten.

Der Sprecher der EU-Kommission, Eric Mamer: "Die von der Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen hängen jetzt davon ab, dass die Staaten ihre einseitigen Maßnahmen zurückziehen, damit wir uns auf einen europäischen Rahmen zubewegen können."

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