Stichwahl zwischen Erdogan und Kilicdaroglu - Auslandstürken wählen schon

Erdogan gilt vor der zweiten Runde im Inland wie im Ausland als Favorit
Erdogan gilt vor der zweiten Runde im Inland wie im Ausland als Favorit Copyright EVN
Von Euronews
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In mehreren Ländern hat für Auslandstürk:innen die Stimmabgabe für die Stichwahl um das türkische Präsidentenamt begonnen. In Deutschland sind 1,5 Millionen Wahlberechtigte dazu aufgerufen, sich zwischen Präsident Recep Tayyip Erdogan und Herausforderer Kemal Kilicdaroglu zu entscheiden.

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In mehreren europäischen Ländern hat für Auslandstürk:innen die Stimmabgabe für die Stichwahl um das türkische Präsidentenamt begonnen. In Deutschland sind 1,5 Millionen Wahlberechtigte bis zum 24. Mai dazu aufgerufen, sich an den Urnen zwischen dem amtierenden Präsidenten Recep Tayyip Erdogan (AKP) und seinem Herausforderer Kemal Kılıçdaroğlu (CHP) zu entscheiden. 

Erdogan gilt vor der zweiten Runde im Inland wie im Ausland als Favorit, nachdem er die absolute Mehrheit in der ersten Runde am 14. Mai nur knapp verpasst hat. Er kam in der ersten Runde auf 49,40 Prozent der Stimmen, Kılıçdaroğlu auf 45 Prozent, der nationalistische Politiker Sinan Ogan auf 5,2 Prozent.

Viele Auslandstürk:innen wählen Erdogan

Dass Erdogan im ersten Wahlgang vor seinem Herausforderer landete, hat auch mit den Stimmen aus dem Ausland zu tun. Von insgesamt 3,4 Millionen wahlberechtigten Auslandstürk:innen ging zwar nur etwa die Hälfte zur Wahl. 57,7 Prozent davon stimmten aber für den amtierenden Staatschef. Kemal Kılıçdaroğlu kam auf knapp 40 Prozent der Stimmen. 

Auch in Deutschland gab nur etwa jeder zweite Wahlberechtigte seine Stimme ab, 65 Prozent davon aber für Erdogan nach vorläufigen Zahlen. Die Abstimmung zum Parlament konnte die regierende AKP gemeinsam mit den Stimmen ihres ultranationalistischen Partners MHP bereits am vergangenen Sonntag für sich entscheiden.

Bei der Stichwahl wird ein ähnliches Wahlverhalten der Wähler:innen im Ausland erwartet. Die meisten der türkischen Auslandswähler:innen leben in Deutschland. In Berlin stieß die Möglichkeit zur Stimmabgabe am Samstag auf großes Interesse. 

Kılıçdaroğlu wirbt um Nationalisten

Der säkulare Oppositionsführer Kemal Kılıçdaroğlu, der im ersten Wahlgang nur knapp fünf Prozentpunkte hinter Erdogan lag, hat zuletzt versprochen, Millionen Migranten zurückschicken zu wollen und wirbt damit um türkische Nationalisten.

Auch in Italien und Spanien haben türkische Bürger:innen mit der Stimmabgabe begonnen. Die in Madrid und Barcelona abgegebenen Stimmen werden mit Linienflügen der Turkish Airlines und in Begleitung diplomatischer Kuriere in die Türkei gebracht.

In der Türkei findet die zweite Runde der Präsidentschaftswahl am 28. Mai statt.

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