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Nach dem Wahlkrimi stehen große Aufgaben vor Erdogan

Menschen in der Türkei finden sich mit fünf weiteren Jahren der Herrschaft von Präsident Reccep Tayyip Erdogan ab.
Menschen in der Türkei finden sich mit fünf weiteren Jahren der Herrschaft von Präsident Reccep Tayyip Erdogan ab. Copyright AP Photo/Emrah Gurel
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Von euronews
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Um das Land wieder zu vereinen, wie er es versprochen hat, muss Erdogan große Herausforderungen meistern, darunter die steigende Inflation und den Wiederaufbau der vom Erdbeben in diesem Jahr verwüsteten Gebiete.

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Während sich der Staub nach dem Wahlkrimi legt, finden sich die Menschen in der Türkei mit fünf weiteren Jahren der Herrschaft von Präsident Reccep Tayyip Erdogan ab.

Er erhielt 52 % der Stimmen, eine knappe Mehrheit gegenüber seinem reformorientierten Gegner Kemal Kilicdaroglu, genug für seine Anhänger, die in ihm einen starken Anführer sehen, so wie Gursel Ozkok, Straßenverkäufer: "Es ist so gelaufen, wie ich es erwartet habe, ich denke, dass derjenige gewonnen hat, der für unser Land von Vorteil ist. Ich bin sehr glücklich, ich bin glücklich wegen seiner Überzeugungen, der Rest ist nicht wichtig. Das Land steht an erster Stelle."

Viele Umfragen vor den Wahlen deuteten darauf hin, dass Erdogan verlieren würde, und stellten eine neue Ära für die Türkei in Aussicht. Für Kilicdaroglus Anhänger ist die Niederlage schwer zu ertragen:

Kerem, Student der Ingenieurswissenschaften: "Ich habe keine Hoffnung mehr. Ich habe keine Hoffnung für die Türkei. Ich möchte so schnell wie möglich ins Ausland gehen. Ich bin Ingenieur und woanders wird es besser für mich sein."

Um das Land wieder zu vereinen, wie er es versprochen hat, muss Erdogan große Herausforderungen meistern, darunter die steigende Inflation und den Wiederaufbau der vom Erdbeben in diesem Jahr verwüsteten Gebiete.

Für das Oppositionsbündnis ist es nach dieser knappen Niederlage eine Zeit der Besinnung darüber, wie die Wähler künftig überzeugt werden können.

Die Anleger in der Türkei haben am Montag die Gewissheit über die künftige Regierung begrüßt. Nachdem der amtierende Präsident Recep Tayyip Erdogan  die Stichwahl gegen Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu (74) für sich entschieden hatte, ging es an der Börse in Istanbul nach oben. Der Leitindex BIST 30 stieg um 4,4 Prozent auf 5269,87 Punkte - und damit auf das höchste Niveau seit den Tagen vor der ersten Wahlrunde. 

Börsianer hatten auf Ungewissheiten in puncto Geld- und Wirtschaftspolitik verwiesen. Eine derzeit massive Inflation von rund 44 Prozent ist Experten zufolge auch hausgemacht, weil Erdogan entgegen gängiger wirtschaftlicher Logik an seiner Niedrigzinspolitik festhält. Herausforderer Kilicdaroglu habe vieles anders machen wollen, hieß es. Er hat es aber nicht geschafft, einer Mehrheit zu vermitteln, dass er die bessere Alternative ist. Unter der Führung von Erdogan  hatte die Wirtschaft des Landes in den vergangenen Jahren stark gelitten. 

Am Markt hieß es, Anleger dürften nun aufmerksam beobachten, ob Erdogan endlich Maßnahmen zur Eindämmung der Inflation ergreift. Von vielen Seiten werde eine konventionellere Wirtschafts- und Geldpolitik als notwendig angesehen, sagte ein Händler. Erdogans Politik gilt als unorthodox, da er auf den massiven Anstieg der Inflation nur mit mäßigen Zinsanhebungen reagierte. «Die Furcht vor einem Festhalten an der bisherigen Wirtschaftspolitik ist groß», sagte Finanzmarktexperte Thomas Gitzel von der VP Bank. Zu Verlusten führte dies zwar nicht am Aktienmarkt, aber am Devisenmarkt: Die türkische Landeswährung Lira gab am Montag nach und näherte sich dem Rekordtief aus der vergangenen Woche. Unter dem Eindruck der hohen Inflation hat die Währung in den vergangenen zwei Jahren schon erheblich an Wert verloren. Die Bevölkerung in der Türkei werde weiterhin unter einem hohen Kaufkraftverlust leiden. Werte die türkische Lira weiter ab, wachse die Gefahr eines Zahlungsausfalls.

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