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Deutschland ist "in" bei vielen Israelis - trotz der rechtsextremen AfD

Viele Israelis zieht es nach Deutschland.
Viele Israelis zieht es nach Deutschland. Copyright Israeliani in Germania
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Von Euronews
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Nethanyahus Politik? Warum zieht es viele Israelis ausgerechnet nach Deutschland?

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Der israelische Autor Tomer Dotan-Dreyfus gehört zu einer wachsenden Zahl von Menschen aus seinem Land, die Deutschland zu ihrer Heimat machen. Er verließ Israel 2011, weil er mit der Politik von Benjamin Netanjahu nicht einverstanden war, als dieser zum ersten Mal gewählt wurde. Jetzt sagt Tomar, dass Netanyahus Wiederwahl und die Justizreformen, die zu massiven Protesten geführt haben, viele Israelis dazu bringen, seinem Beispiel zu folgen:

„Viele Leute aus meinem Freundeskreis, aus meiner Familie und sogar Leute, die ich nicht näher kenne, haben mich kontaktiert. Ich erhalte ständig Nachrichten mit Tipps und Ratschlägen, wie man Israel verlassen und nach Deutschland kommen kann.“

Unternehmen in Israel sagen, dass seit den Protesten und den letzten Wahlen deutlich mehr Israelis Interesses an der deutschen Staatsbürgerschaft zeigen. Dazu Yoav Stern, Geschäftsinhaber, Stern EU. Er hilft Israelis bei der Beantragung der deutschen Staatsbürgerschaft: „Deutschland gilt als ein sehr stabiles Land in Europa, die ganze Welt weiß, was Deutschland ist. Viele, Juden kamen aus Deutschland. Jüdische Familien - ihre Nachkommen - bitten jetzt um die deutsche Staatsbürgerschaft.“

Statistiken der Bundesregierung besagen, dass fast 3.700 Israelis im letzten Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten haben. Insgesamt leben mehr als 14.000 Menschen mit israelischer Staatsangehörigkeit in Deutschland.

Aber auch Israelis haben in Deutschland mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Polizei sagt, dass ein israelischer Tourist diesen Monat angegriffen wurde, nachdem er auf Hebräisch telefoniert hatte. Es wird nach einem möglichen antisemitischen Motiv gesucht. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die rechtsextreme AfD in den Umfragen Rekordwerte erreicht.

In der Vergangenheit beschwerte sich ein AfD-Politiker über das Berliner Holocaust-Mahnmal - er nannte es ein „Denkmal der Schande“. Umfragen zufolge ist die AfD die zweitbeliebteste Partei im Land.

Der Rechtsextremismus-Experte Lorenz Blumenthaler von der Amadeu-Antonio-Stiftung sieht eine der größten Erfolgschancen für die AfD bei den Europawahlen: „Ich denke, wenn sie ihre Leute mobilisieren können, werden sie auch dort viele Sitze gewinnen. Das ist wirklich etwas, wovor ich Angst habe, weil das eine unmittelbare Bedrohung bedeutet, das ist nicht etwas Langfristiges.“

Drei von Tomers Großeltern sind Überlebende des Holocaust. Er sagt, er habe besondere Angst vor den Rechtsextremen in Deutschland aufgrund der Geschichte in diesem Land: „Der Aufstieg der Rechtsextremen in Deutschland ist für mich als Jude und als Einwanderer beängstigend. Und es sollte klar sein, dass dies auch ein sehr großes Problem für uns alle ist, denn wir sitzen im selben Boot wie andere unterdrückte Gruppen und andere Diaspora-Gruppen in Deutschland.

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